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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
Entstehung
Seite
236
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Willen hat. Aus den Beweisen für die Einfachheit der menschlichenSeele ,da nämlich das Denken die Handlung einer einfachen Sub-stanz ist» erbellct zugleich die Geistigkeit derselben.

-Die Elemente der Körper sind nicht geistig; denn cs fehlt ihnennicln bloß das sinnliche Vorstcllungsvermögen, sondern auch der Ver-stand unk der Wille. Man hat wohl die Frage aufgeworfen, obGott der Materie die Denkkraft geben könne. Aber eine Ma-terie, ein Wesen, welches aus mehreren Elementen zusammengesetztist, ist keines Denkens fähig; da das Denken eine einfache Substanzvorausscht. Ob Gott aber einem einfachen Elemente, oder einer(einfachen) Thicrscele, welche jetzt nicht denken kann, die Denkkrgftbarte verleihen können, ist eine ganz andere Frage, die mitJa" zubeantworten ist. Daraus folgt aber nicht, daß Gott dieses in der !Folge thun werde; wir haben für die Behauptung, daß einst irgend 'ein Element, oder eine Thierscele mit Verstand und Willen begabt :werden werde, durchaus keine» Grund. Für die entgegengesetzte Be-hauptung baben wir vielmehr entscheidende Gründe. Denn kein Dingin der Welt wird zu einem Dinge höherer Art erhoben; z. B. keinInsekt wird ein Fisch, kein Fisch ein Amphibium, kein Ampbibium ,ein Saugethier; kein Hase wird ein Hirsch, kein Affe ein Mensch, so ,sehr man auch den Affen durch Unterricht und Zucht heranzubilden ge-sucht bat. So fest hält die Natur jedes ihrer Gebilde auf der ihmangewiesenen Entwickelungsstufe. Und wie empörend ist die Lebre, >Gott wcr^e einst die Thierseelcn in Menschenseelen umschaffen I Wäredieses wahr: so dürften wir kein Thier zu unserm Gebrauche tödten; wirmüßten befürchten, unserm künftigen Bruder zu schaden, und müßtenzum Esel sagen:Lieber Bruder!" Dabei würde aller Unterschied zwi- !schm Vernunft und Unvernunft Wegfällen. Denn, könnte sich eine 'Tbicrart zur Vernünftigkeit erheben; so könnte auch die niedere Thier-art sich zur höhern erheben, und die Pflanze zur Thicrheit, so daßnach und nach alles Unvernünftige (der Vernunft Ermangelnde) ver-nünftig würde. Die ganze Natur wäre also nicht nur in ein thicrisches, isondern selbst in ein rein geistiges Wesen nach und nach verwandelt, >so daß der Wurm im Staube der höchste Seraph im Himmel werdenkönnte. Welche Lehre!!

3. Lreiheit der Seele.

§. 108. !

Erklärungen.

Freiheit (als Vermögen) ist das Vermögen, sich selbst zubestimmen (zu einer von zwei entgegengesetzten Handlungen), ohnedurch äußere oder innere Nothwcudigkeit bestimmt zu seyn.

Freiheit (als Akt) ist die Selbstbestimmung zu einer Handlung ,oder Unterlassung. Der BegriffFreiheit" widerspricht also n. denMaschinen, die mechanisch getrieben werden (durch eine äußereNvtbwciidigkcit); d. den Pflanzen, die nach physischen (ihneninnerlich iiothwcndigcn) Gesetzen fortwachscn; c. den unvernünf-tig en Tbicrcn, die von einem blinden Instinkte (durch innereNothwcudigkeit) geleitet, beherrscht und fortgcriffeii werden, undihrem Instinkte gemäß den äußern Reizen nothwendig folgen.

Eben so wenig können folgende zwei Behauptungen mit derwahren Freiheit bestehen: 1.Wo stärkere, wichtigere Beweggründeerkannt werden, da wird der Wille durch die stärker« Beweggründe