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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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in's andere Ertrem bei »ns einige tiefsinnige Männer (die Dynamikder Materie wahrnchmend, aber einseitig in ihrer Entdeckung und indem einmal gefaßten Begriffe beharrend), sie potcnzirten, spiritua-lisirten so lange die Materie, bis sie in allem dem denkenden Geistebis auf's Beivnßtseyn gleichgemacht, der Unterschied beider endlichaufgehoben, und im innersten Wesen ihre Grenzen verwischt wurden.Die h. Schrift bezeichnet bestimmt genug die Seele des Menschen alsden lebendigen Hauch und das Ebenbild Gottes undihre gänzliche Verschiedenheit von der Materie. Jetztaber, wo das Wort Gottes (bei den Irregeleiteten) seine Auctoritätverloren hat, und eine Alles ausgleichcnde und idcntificirende Meta-physik alle Unterschiede der Begriffe in chaotischer Verwirrung ver-schmilzt, ist es von neuem nöthig geworden, die Merkmale des Gei-stigen hervorzusuchen, und zu beweisen, daß man das Wort Gottesnicht faden Demonstrationen antasten darf.

5te Einw.: Der ganze Körper empfindet, also auch das Sub-jekt der Empfindbarkeit; daher muß die Seele, da sic überall imKörper empfindet, durch den ganzen Körper ausgcbrcitet seyn.

Antw.: In dem ganzen Körper sind Nerven, welche denäußern Eindruck anfnehmcn, und bis zur Seele hinführcn können.Aber hieraus folgt nicht, daß tm ganzen Körper eine Empfindungentsteht, d. i. die Unterscheidung, daß ein Eindruck gemacht sey;denn die Empfindung entsteht nur in der Seele, die den Eindruckanfnimmt. Ist aber ein Nerv gebunden, so können wir keineauf ihn gemachte Einwirkung (die ja nicht bis zur Seele dringt)wahrnehmen.

6te Ei nw.: Wäre die Seele nicht ausgedehnt, so könnte siesich auch nicht ausgedehnte Dinge vorstellen.

Antw.: 1. Auf eine ähnliche Art könnte man sagen:Wäredie Seele nicht einfach, so könnte sie sich nicht einfache Dingeverstellen." 2. Die Vorstellung der Ausdehnung, Größe, ist nichtselbst Ausdehnung, Größe. 3. Nach dem Satze des Gegners müßtedie Seele auch eine so große Ausdehnung haben, als der Gegen-stand (z. B. Europa) hat. Offenbar kann aber ein großer Menschauf einem sehr kleinen Raume gemahlt werden; aber dann wirdnur das Verhältniß der Ausdehnung, nicht die Ausdehnung selbst,abgezcichnet. Aber die Seele stellt sich die Ausdehnung selbst, nichtbloß das Verhältniß der Ausdehnung vor.

7te Ei nw.: Wenn die Seele als ein einfaches Wesen keineAusdehnung, keine Figur hat; so ist sie bloß ein mathematischerPunkt, also nichts.

Antw.: Die Seele ist eine einfache Substanz, welche ein Er-kenntlich-, Gefühls - und Bcgehrungsvermöqen . . . hat.

* Die etwa noch übrigen Einwürfc sind eben so leicht auflösbar, als die

bisher angeführten.

2. Geistigkeit der Seele.

§. 1N7.

Geist ist jene Substanz, welche Verstand (Vernunft) und