welches empfindet, begreift, nrtbcilt, schließt, nnd sick, in seinen! Gedanken, Gefühlen und Bestrebungen selbst zu Gott erhebt.
2. Was haben die Gedanken mit der Materie gemein-schaftlich? Die Materie kann rund, viereckig, blau, rotb seyn;die Materie kann in Thcilc zerlegt, aus mehreren Tbeilen zusammen-! gesetzt, größer und kleiner gemacht werden: aber der Gedankehat keine Figur, keine Farbe, keine Größe; der Gedanke ist un-thcilbar, ein Gedanke ist nicht ausgedehnter, als der an-dere, es kann nur ein figürlicher Ausdruck seyn, wenn man sagt:„Das ist ein halber (nämlich halbausgcdrückter) Gedanke; das ist eingroßer Gedanke (nämlich etwas Großes ausdrückendcr Gedanke)."
2teEi»w.: „Seele und Körper wirken aufeinander; folglichsind sie sich nicht entgegengesetzt, sondern identisch."
An tw.: Welcher Schluß: „Zwei Dinge, welche auf einanderwirken, sind identisch I" Also das Mühlenrad und das Wasser, welcheauf einander wirken, indem das Wasser vom Rade berührt und zcr-thcilt, und das Rad vom Wasser getrieben und im Schwünge crhal-, ten wird, sind deswegen nicht unterschieden!
3te Einw.: „Die Seele folgt allen Abwechselungen des Kör-pers , wächst nnd altert mit ihm . . .
Antw.: 1. Daraus, daß der Körper auf die Seele Einfluß hat,die Acußerungcn ihrer Vermögen, Kräfte, zu Zeiten hindert (nichtaufhcbt), folgt gar nicht, daß der Körper cin's mit der Seele sey.
2. Die verschiedene Stufe der Bildung verschiedener Seelen hängtwahrlich nicht von der bloßen Verschiedenheit der Körper ab. WelcheSeelengrößc, Weisheit, Wissenschaft ist in so manchen körpcrschwa-chen, kränklichen, alten Menschen, während viele gesunde, starkeJünglinge und Männer muthlos, feige, thöricht, dumm sind! Frei-lich werden bei einigen Alten einige Kräfte dcS Geistes gehindert,sich zu äußern (ohne jedoch abzunehmcn); dieses kommt aber daher,weil die Nerven mehr erstarren, erschlaffen . . . und weil dieSeele alter Leute mehr auf den zerrütteten, allmählig hinstcrbcn-den Körper aufmerken .... Was die Kinder angcht; so rührt ihreGcdankcnarmuth thcils von der Schwäche der Organe der,die zur Acußcrung der Scelenkräftc noch nicht genug Elastizität undKraft haben, thcils von der Unkunde in der Sprache, dieein so wichtiges Mittel der Gcisteskultnr ist, theils von dem Man-gel an Erfahrungen, Beobachtungen, Versuchen nnd andernUcbungen der Seelenkräftc. Selbst unter Kindern, die einegleiche Körpcrkonstitution und ein gleiches Alternaben, schreitet dasjenige an Geistesbildung viel weiter, wclcbeseine gute Erziehung hat, als die andern, die ganz oder großcn-thcilü verwahrloset werden.
4 tc Einw.: „Die Materie wird allmäblig zum Geiste potcnzirt,polarisirt, so wie dieses den Polaritätsvcrhältnissen, die überall inder Natur sind, ganz angemessen ist."
Antw.: (Eine der kräftigsten Widerlegungen ist folgende vonden Wiener Jahrbüchern 1827, 39 Bd. S. 95 angeführte): „Die