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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
Entstehung
Seite
231
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nicht als eine Vielheit von Subjekten gedacht werde, leidet keinenZweifel. Aber folgt hieraus, daß Viechs logisch einfache Sub-jekt darrm auch real einfach, d. i. eine einfache Substanzscy? Ferner ist cs gewiß, daß ich alles Mannigfaltige, dessen ichmir im Denken nach und nach bewußt werde, in einem und dem-selben Bevnßtscyn zusammenfasse, weil ich diese Gedanken sonstnicht mcire Gedanken nennen könnte. Aber folgt aus dieser qua-litativen Einheit (Einerleiheit des Bcwußtscyns der Gedanken)eine quantitative (Einerleiheit des denkenden Tinges als einesrealen Objekis), mithin die numerische Identität des Denken-den, wozu cnc fortdauernde Anschauung von ihm als einem unddemselben Dinge nöthig seyn würde?

§. 105 .

Beweis, daß die Seele eine einfache Substanz ist.

Wir nehmet freilich die Collcktion (kollektive Einheit) mehrererVorstellungen in nnscrm Jcb wahr; allein wir nehmen auch eben sodeutlich wabr die Einheit des Jchs, als des Subjekts, wel-ches diese Eollcktim in sich entschließt, und als der wirkenden Ur-sache, welche a'le verschiedene Anschauungen, Wahrnehmungenund Bewußtseyn sc'bst hcrvorbriNgt; wir nehmen diese Einheitdes objektiven L ch's (diese reale Einfachheit) auf eine Art wahr,welche aller Vorstellung von einer Eollektion mehrerer zusam-menwirkcnden Ursachen widerspricht, indem numerisch verschie-dene Dinge nie in cmcm Subjekte zu gleicher Zeit denkbar sind.Also, wir sind uns bcwnßt, daß wir von allen unfern Anschauun-gen, Gedanken, Urthcuen, Schlüssen die (immer numerisch einfache)wirkende Ursache sind; dieses Bewußtseyn könnte aber nicht statt-sindcn, wenn mehrere Substanzen in uns die Ursachen verschiede-ner Anschauungen, Begriffe, Urthcile und «Schlüsse waren. Denn,so wenig wir die Verschiedenheit der sinnlichen Vorstellungen an-schaucn und wahrnchmcn könnten, wenn die Vorstellungen nicht dawären, oder nicht verschieden wären; eben so wenig könnten wirdie reale Einheit unserer Seele nnmittclbar wahrnehmen, wenn sicnicht wirklich wäre. Oder was ist Evidenz anders, als Wahrneh-mung des vollständigen Grundes, der hinreichenden Kcnnbarkcitdessen, was man erkennt? Wir schauen also wirklich unsere Seeleals eine einfache, singuläre Substanz, indem wir die Ein-heit des Jch's wahrnchmcn, welches sich aller Gedanke»als seiner eigenen Wirkungen bewußt ist, nicht aber dieIn Haren z mehrerer Iche (homogener Subjekte), die in EinSubjekt zitsammcn kommen.

* Wäre unsere Seele zusammengesekt, dann müßte entweder jeder Theilvollständig denken (und dann hatten wir mehrere Iche', mehrere «Sub-jekte und Principe, was unscrm Bewußtseyn widerstreitet); oder jederTheil müßte nur etwas (also unvollständig) denken; dann käme aber meein ganzer Gedanke zu stände, denn das Denken ist eine a.tio -><lintra. nicht Ulk extra (indem das denkende Wesen sich selbst, nichteinem Andern etwas vvrstellt). Nur Handlungen, die ein äußeres