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Negation kann nicht direkt, eigentlich, sondern nur indirekt,uneigentlich, erkannt, gedacht, vorgcstellt werden. Daß aber derGedanke, die Vorstellung der Abwesenheit einer Rea-lität nicht (wie Mutschell dieses verwechselt hat) dasselbe ist, alsdas Aufheben alles Denkens, ist völlig einleuchtend.
* Also: „Wer denkt, erkennet ...» denkt, erkennt entweder eine Rea-lität oder eine Negation. Wer direkt denkt, erkennet; denkt, erkenneteine Realität. Wer indirekt denkt, erkennet; denkt , erkennet eine Ne-gation. Diese Sake sagen offenbar mehr, als die Sähe (des Muc-schell): „Wer denkt, der denkt. Wer etwas denkt, der denkt etwas.Wir können nicht denken, ohne zu denken".
** Erkennbarkeit, Denkbarkeit eines Erkannten, Gedachten ist alsonickt die Möglichkeit meines Gedankens, sondern die innere, realeMöglichkeit (Wesenheit) des Gegenstandes, des Gedachten. Die Möglich-keit des Gegenstandes ist ein Grund der Möglichkeit eines ihm ent-sprechenden, wahren Gedankens; aber der Gedanke, die Erkenntniß,ist keineswegs ein Grund zur Möglichkeit des Dinges. Durch daswirkliche Denken, Erkennen, werden bloß noch mögliche Dinge (z. B.das Quadrat der Hypothenuse gleicht den Quadraten der Catheten zu-sammengenommen, das Land Utopie, Plato's Republik, ein sechsterWelttheil) zu wirklich gedachten, erkannten Dingen, nicht aberdadurch erst denkbare, erkennbare Dinge, Objekte. Ehe sie gedachtwerden, ja ehe ein mit Denkkraft versehenes Geschöpf eristirte, warenund sind sie (innerlich) denkbare, erkennbare, wirklich möglicheDinge, obgleich noch keine wirklich cristirende Dinge. Wenn sie wirk-lich gedacht werden, so find sie zwar noch nicht wirklich cristirende, son-dern nur wirklich gedachte Dinge; aber sie sind doch keine bloße Ge-dankcndinge, keine Vorstellungen ohne Objekt.
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Ob auch ein Widerspruch Erkennbarkeit, Denkbarkeit
habe.
Zwar ist eine Realität direkt, und eine Negation indirektdenkbar, erkennbar; aber die Realität und die Negationderselben Realität sind zugleich nicht denkbar, nicht er-kennbar (wie uns das Bewußtseyn bezeugt). Wie die Realitätund die Negation derselben Realität nicht in Einem Denkakte ver-bunden werden können (logisch unmöglich sind); so ^können sieauch nicht objektiv zugleich scyn, sie können nicht als zu-gleich eristirend von uns erkannt, fürwahrgchalte»werden. Im widersprechenden Objekte liegt also der Grund der Un-möglichkeit einer gleichzeitigen Vorstellung des Ja und des Neinvon einer Realität, weil, wie die Realität und Negation einanderin objektiver Denkbarkeit, Erkennbarkeit, so auch die Kennt-nisse von beiden subjektiv sich ausschließen. So z. B. ist ein Zirkelnicht zugleich als ein Dreieck, als Nichtzirkel erkennbar, ein Zirkelkann nicht zugleich Nichtzirkel seyn. Welches vernünftige Wesenkönnte es wohl fürwahrhalten: „Vielleicht ist ein Zirkel zugleichNichtzirkel, vielleicht erkennen andere Wesen, die ein anderes Er-kenntnißvermögen haben, daß das Nämliche Zirkel und zugleichNichtzirkel ist"?
Da nun widersprechende Bestimmungen nicht zugleich denkbar,nicht zugleich objektiv seyn können, aber wohl nach einander, also