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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
Entstehung
Seite
104
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deS, der Lebensart, des Alters, des Clini a, desUmganges, und anderer vorübergehenden Umständein der politischen Welt, in der Natur. . . verleite» zu manchenschiefen Ansichten und Urtheilen B. über Solche, denen eine an-dere Erziehung zu Theile geworden ist, die in einem andernStande sind, die eine andere Lebensart, ein anderes Alter undandere gesellschaftliche Verhältnisse haben). Wie wirken Witterung,Speise, Trank, Glück, Unglück, Krieg, Frieden ... auf die Ur-thcile und Gesinnungen der Menschen!

- Die Quellen, Veranlassungen der Jrrthümcr (der falschen Urtheile)sind also in diesen neun Stücken angegeben. Jene Jrrthümer, worausviele andere fließen, nennet man Grundirrthümer, die daraus flie-ßenden aber abgeleitete. Ein Vorurtheil (welches vor derErkennr-niß hinreichender Gründe gefällt wird) kann objektiv wahr oder falschseyn.

** Obgleich bei unfern so beschränkten Erkcnntnißkräften der Jrrthum über-haupt unvermeidlich ist; so können wir doch in einzelnen Fällen die Jrr-thümer vermeiden, und zwar ihnen Vorbeugen, so daß sienicht in uns entstehen, 8. sie heilen (aufhebcn), so daß sie wiederaus unserer Seele verschwinden.

Mittel hiegegen.

§. 210 .

Vorbeugende allgemeine Mittel.

1. Kenntniß unserer Erkenntnißkraft nach ihren Vollkom-menheiten und ihren Grenzen. 2. Kenntniß der Quellen derJrrthümer. 3. Behutsamkeit im Urtheilen. 4. Anfschie-ben des Urtheils bis zur Erkenntniß hinreichender Gründe.

?. 211 .

8. Heilende allgemeine Mittel.

1. Entdeckung der unzureichenden Gründe unsers Urtheils.2. Auffindung der das irrige Urtheil aufhebendenGründe (oder wie Krug sagt: Entdeckung und Auflösungdes Scheins).

6. Vorbeugende und heilende Mittel iu besondererHinsicht.

§. 212 .

1. Auf das Empfindungsvermögen.

Man untersuche wohl, ob 1. die Sinnorgane im gesun-den Zustande, und in Beziehung auf die aufzunehmenden Eindrückegehörig geöffnet und gerichtet sind; 2. ob die Gegenstände». in gehöriger Lage, i>. in gehöriger Entfernung, v. von kei-nem Mittelkörper gehindert auf uns wirken könne» ; 3. ob un-sere Aufmerksamkeit ungetheilt und kräftig genug auf dieeinwirkenden Objekte gerichtet ist.

§. 213.

2. Auf die Einbildungskraft.

Ist die Einbildungskraft zu matt, so daß sie das Denken nicht