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Z. 204.
4. 2u der Sprache.
Nicht nur werden bei der Spraebarmuth mehrere Begriffe durchdasselbe Wort bezeichnet, so daß Verwechselung der Begriffe undUnrichtigkeit der Gedanken die natürlichsten Folgen davon sind; son-dern für manche Vorstellung hat man nur fern darauf hindcntcnde,figürliche, mancher Mißdeutung fähige Ausdrücke, so daß das schnelle,scharfe, vollkommene Denken mannigfache und bedeutende Hindernissedaran hat.
§. 205.
5. In der Vernunft.
Nicht nur hat die menschliche Vernunft überhaupt Schranken;sondern es sind einzelnen Menschen besondere Grenzen gezogen, diesie nicht zu überfliegen vermögen, ohne in abgeschmackte undgefährliche Urtheile herabzufallen. Welcbe Jrrthümer und Nebel sindaus dem gewaltigen Hinüberdrängcn über die Grenzen unsers Wis-sens hcrvorgcgangcn! Und wie viele oberflächliche, mangelhafte undfalsche Urtheile werden von ungeübten und unachtsamen Menschengefället!
§. 206.
6. In Gefühlen und Affekten.
Wahrlich nicht selten mischen sich unsere Gefühle und Affektein unsere Urtheile. Wie überaus unangenehm kommt uns, wennwir verstimmt und traurig sind, Manches vor, welches uns imZustande der Heiterkeit und Munterkeit als ziemlich unbedeutenderscheint!
§. 207.
7. In Begierden und Leidenschaften.
Wie Begierden und Leidenschaften die Vernunft unterdrücken,das Unrccbtmäßigc mancher Mittel, das Nichtige mancher Beschö-nigungen verhüllen, und durch ihr Treiben und Woge» in der Seeledas richtige Denken erschweren, ja unmöglich mache», dieses ließesich weitläufig darthnn, wird aber hier als bekannt genug (beson-ders aus der empirischen Psychologie) vorausgesetzt. Ätan sehehierüber die vortrefflichen Abhandlungen in Sailer's Glückseligkcits-lehre ünd Vernunftlehre für Menschen, wie sie sind.
§. 208.
8. In dem Temperamente und verschiedenen Zustandedes Körpers.
Ein feuriges Temperament, ein fieberhafter, kränklicher Zustanddes Körpers reißt uns nicht selten zu unrichtigen Urtbcilen (z. B.über Andere) hin.
§. 209.
9. In äußern Umständen.
Tie Verschiedenheit der Erzichungs weise, — des Stau-