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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
Entstehung
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Erster Theil:

Die allgemeinen Hindernisse des menschlichen Denkens, unddie allgemeinen Mittel dagegen.

§. 200 .

Aufzählung der Hindernisse.

Diese Hiudernissc liegen in der Seele, L. im Körper,6. in äußern Umstände»; und zwar 1. (rücksichtlich der Seele)in den Beschränkungen des Empfindungsvermögens, 2. derEinbildungskraft, 3. des Gedächtnisses, 4. des Sprach-vermögens, 5. der Vernunft, 6. in den Beschränkungen durchGefühle und Affekte, 7. durch Begierden und Leiden-schäften, 8. (rücksichtlich des Körpers) in dem Temperamenteund verschiedenen Zustande des Körpers, 9. (rücksichtlichder äußern Umstände) in der Verschiedenheit der Erziehungs-weise, des Standes, der Lebensart, des Al-ters, des Clima, des Umganges und anderer vor-übergehenden Umstände.

§. 201 .

1. Im Empfindungsvermögen.

Wäre unser Empfindungsvermögen vollkommner, so würden wirAlles stärker und deutlicher empfinden. Sind die zur Entstehung äußererEmpfindungen erforderlichen Sinnorgane nicht im gesunden Zu-stande; sind die Objekte in Rücksicht ihrer Entfernung von uns,ihrer Lage in Beziehung auf uns, und der Mittelkörpcr zwischen ih-nen und uns verschieden beschaffen; ist unsere Aufmerksamkeitin verschiedenen Zeiten verschieden: so sind auch die Empfindungenverschieden, stärker oder schwächer, klarer oder dunkcler, deutlicheroder undeutlicher, richtiger oder unrichtiger, und das Denken hin-dernder oder befördernder.

§. 202 .

2. In der Einbildungskraft.

Ist die Einbildungskraft zu stark, so bewirkt sie leicht Täuschun-gen; ist sie zu schwach, so befördert sie nicht .gehörig die Erkenntnißder Wahrheit. Die rege Phantasie mischt sich sehr oft zwischen dieEmpfindungen, und verfälscht sie entweder ganz oder zum Theile.

§. 203.

3. In dem Gedächtnisse.

Je weniger das Gedächtuiß, das Erinnerungsvermögen, treu,fest, ordentlich, viel und leicht auffassend ist, destomehrhindert und erschwert das richtige und vollkommene Denken, undveranlaßt Täuschung, Verworrenheit und Unregelmäßigkeit imDenken.