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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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dcrn abgemessen seyn, so daß der eine Theil den andernvöllig ausschließt. Denn ist der eine Theil großcnthcils imandern enthalten; so ist die deutliche, genaue Kenntniß des Um«fanges, der nur durch die vollständige Anführung der wahren, alsovon einander unterschiedenen, Theile erkennbar ist, ganz unmög-lich. So sind folgende Eintheilungen fehlerhaft: Die Dreiecke sindentweder rechtwinklich, oder schiefwinklich, oder spitzwinklich,oder stumpfwinklich (denn die beide» letzten sind schon in schiefwink-lich enthalten). Die Dinge sind entweder einfach, oder zusam-mengesetzt, oder geistig.

8. 188.

III. Die Eintheilung muß stetig seyn, d. i. sie muß die un-mittelbaren Eintheilungsglieder enthalten, nicht aber irgend einGlied einer Unterabtheilung. Dieses ist zur Ordnung im Denken er-forderlich. Fehlerhaft ist also die Eintheilung der Philosophie intheoretische Philosophie, in Moral- und Rechtsphilosophie (denn diebeiden letzten Theile sind Unterabtheilnngen der praktischen).

Der Kürze halber darf man jedoch in den Fällen Unterabthei-lungen zu den Obereintheilungen hinzusetzen, wo die Unterabthei-lungen sehr nahe liegen, und sich wie von selbst ergeben. So kannman die Winkel gleich eintheilen in rechte, spitze und stumpfe. Wiepedantisch würde es seyn, wenn man z. B. immer so eintheilenwollte:Die Farbe ist entweder roth, oder nichtroth; die nicht-rothe ist entweder schwarz, oder nichtschwarz; die nichtschwarze istentweder weiß, oder nichtweiß . . ."! Hier sagt man der Kürzewegen: Die Farbe ist entweder roth, oder schwarz, oder weiß,oder.

§. 189.

IV. Die Eintheilung scy zur Sache gehörig undzweckmäßig; also nickt phantastisch und kleinlich. Je mehr alsoder Eintbeilungsgrnnd sich auf das Wesen und den Zweck des Gan-zen bezieht, desto besser ist sie. Beispiele einer fehlerhaften Ein-theilung :Die Studirenden sind entweder Fußgänger oder Reiter".Diese Eintheilung gehört in Beziehung auf Studirende gar nicht zurSache; aber wohl in Beziehung auf Krieger. Unzweckmäßig, unnützist die Eintheilung der Dreiecke in solche, die auf ein Papier, und insolche, die auf eine Tafel verzeichnet sind.

* Seneka sagt hierüber:I>lem t>i»l»;t vitiuin nii»in, g»»m null» üiviiio,et «iwile eontyso e»t, quoll in pilUorvni »rrtiiin e»t".

3. Von den Beweisen.

§. 190.

Begriff.

Ein Beweis ist die Herleitung eines Satzes aus einem oder meh-reren materiale!,, als gültig anerkannten, (nachgewiesenen) Sätzen.

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