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firuiren philosophisch»» Begriff« ist also eigentlich das Mederdenken(Reprvduciren, Erneuern) deö allgemeinen, abstrakten Begriffes.
§. 34.
Zweck der Philosophie.
Ter nächste Zweck der Philosophie und des Philosophirens istdie Darstellung der hinreichenden Gründe unserer Kennt,nisse, der letzten Gründe der Tinge, — ist die Auflösung der, Probleme: „Was ist Wahrheit überhaupt? Was gehört zur Wahr,heit in unserm Denken? Gibt cs auch ein reales, objektives Seyn,und welche sind die zureichenden Gründe desselben? Was ist Gott,die Welt, unsere Seele? Welche sind die Grundsätze für unserSollen und Dürfen?" Schon das Wesen unserer Vernunft treibtuns zur Beantwortung dieser Fragen, und verwirft denjenigen, derdieses Forschen verschmähend seinen Verstandesgebrauch bloß aufdas Gebiet der Erfahrung einschränkt.
2) Das Studium der Philosophie hat außerordentlichen Ein-fluß auf die intellektuelle Ausbildung des Menschen. Dennn. mehr noch, als das Studium der Mathematik, deren Ob-jekte in Figuren und Zahlen dargestellt werden können, schärft dasphilosophische Studium das Denken, und gewährt von weit mehre-ren Seiten her (da die Philosophie so Mancherlei zur Sprache bringt(siehe die Eintheilung), die wirksamste und angenehmste Geistcsbe-schaftigung. d. Die philosophischen Wissenschaften stehen mit den übrigenin der engsten Verbindung (z. B. mit der Theologie, Moraltheologie,Pädagogik, positiven Rcchtslehre, Politik..., überhaupt mit allenWissenschaften, da die Philosophie, als Vernunftwissenschaftder letzten Gründe, allen übrigen Wissenschaften erst den Grund undBoden sichert, daher als die Wissenschaft der Wissenschaften, alsdie Königinn der Wissenschaften, als die allgemeine Mutter der be-sonder!! Wissenschaften gepriesen wird.
* Die Norhwcndigkeit des philosophischen Studiums für Theologen istkurz und kräftig in folgenden Werken der Wiener Jahrbücher darge-stellt: „Wer sollte das Reich Gottes gegen die unablässigen Angriffeseiner Feinde vercheidigen, wenn er (der Theolvg) das Schwert desGlaubens nicht zu führen weiß? Wer sollte das sophistische Gewebe derAftcraufklärung zerstäuben, wer den Stolz des Unglaübens brechen,wer das heil. Unterpfand der Offenbarung bewahren, wenn nicht dieLichter der Well und das Salz der Erde? Frömmigkeit und Tugendverdienen alle Achtung; aber verklärt durch die Wissenschaft,und gehoben durch jene Geistessuperiorität, die nur Wissenschaft ge-währt, verleihen ftc jene unwiderstehliche Gewalt, womit der Himmeldie Apostel (übernatürlich) ausgerüstet hatte, und womit die Welt über-wunden ward und wird. Setzten sich die alten Kirchenvater in fast bar-barischen Zeitaltern in den Besitz einer kolossalen Gelehrsamkeit; umwie viel weniger kann es heut zu Tage, wo der Forschungsgcist in dasGebiet der tiefsten und schwierigsten Untersuchungen eingedrungen ist,den Seelenhirten erlaubt seyn, hinter ihrer Zeit zurück zu bleiben,und an Einsicht und Bildung denjenigen nachzustehen, zu deren Lei-i tung sie berufen sind!"
3) Der höchste Zweck der Philosophie ist die sittliche Bil-dung des Menschen. Tie Philosophie führt nämlich den menschli-