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§. 31.
Andere Eintheilungen der Philosophie (zur Prüfung).
1) Einige setzen zur theoretischen Philosophie noch hinzu dieAestbetik, und zur praktischen die Ethikotheologie. DieAesthctik befaßt sich aber mit den Objekten nur in so weit, als die»selben durch ihr besonderes Verhaltniß zu dem Vorstelluugs - undErkcnntnißvermögen, durch ihre Wirkung auf Phantasie und Ver-
? uunft (welche beide in eine angemessene, freie Thätigkeit versetztwerden» ein angenehmes Gefühl (das Scbönheitsgcfühl) gewähren;sic kann also freilich in das Gebiet der Philosophie gezogen werden,indem man in der Aestbetik die letzten hinreichenden Gründe desästhetischen Wohlgefallens aufsucht: allein, man kann sie auch des-wegen übergeben, weil cinestheils das Gefühl überhaupt, und dasästhetische insbesondere, doch »n strengsten Sinne nicht zu den Er-kenntnissen gehört, und wir in der Philosophie eigentlich nur dieletzten hinreichenden Gründe unserer Kenntnisse aufsuchen; und weil,anderntheils die Aesthetik durcbgehends als eine eigene Wissenschaft(getrennt von den übrigen Zweigen der Philosophie) abgehandeltwerden kann und durchgebends abgchandclt wird. Was die Ethi-kothcologie angeht; so gehört davon ein Theil in die konkreteMetaphysik (in die metaphysische Theologie), und der andere Theilin die Moralphilosophie. (Siehe die Moralphilosophie §. 12).
2) Die Philosophie behandelt das Wahre entweder 1. in seinerursprünglichen Reinheit und Allgemeinheit, oder 2. nach seiner Er-scheinung in dem Sehenden (in den Dingen), oder 3. nach seinerErscheinung im menschlichen heben und Wirken; daher umfaßt diePhilosophie 1. die Logik, 2. die Metaphysik, 3. die Ethik(im weitern Sinne auch wohl Hnmanistik genannt).
3) Die Alten Heilten die Philosopbie ein 1. in Dialektikspur« rationalis — Logik), 2. in Physik spars naturalis — Me-taphysik), 3. in Ethik fpnrs mvralis). Diese dritte Eintheilungist also mit der zweiten beinahe völlig ein's.
4) Einige rechnen auch' die Mathematik zur Philosophie, undbetrachten sie mit der Metaphysik als eine besondereDcnklehre. Daher kann cs nicht zweckwidrig seyn, hier Etwas vondem Unterschiede zwischen Mathematik und Philosophie fim
ss xngcrn Sinne) zu sagen.
§. 32.
Unterschied zwischen Mathematik und Philosophie.
1) Die Philosophie hat zu ihrem Gegenstände den letztenhinreichenden Grund der menschlichen Kenntnisse (sowohl der forma-len, als materialen), also die subjektive und objektive Kennbarkeitaller Dinge (dev Möglichkeit und Wirklichkeit derselben). Der Ge-» genstand der Mathematik ist nicht der letzte hinreichende Grund derTinge, sondern nur die Mensurabilität, die Meßbarkeit, dasAusmessen der Lokal» und Realgrößen, d. i. Figuren,