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chenden Gründe der menschlichen Kenntnisse. Philo,sophiren überhaupt heißt, nach Gründen forschen, im engerenSinne aber heißt es, nach den letzten hinreichenden Gründen fonchen.Las regelmäßige Verfahren hierbei heißt Methode des Pbilo-sophirens. Sie ist regressiv (analytisch), wenn man dabeivon dem Bedingten (Gegründeten) zu den ersten Gründen zurück-gcht; progressiv, wenn man von den Bedingungen (Gründen)rn dem Bedingten (Begründeten), von den Grundsätzen zu denFolgesätze» fortgeht (wie dieses in der Wissenschaft selbst, im Sy,steine, erforderlich ist).
* Die ursprüngliche Bedeutung des WortS „Philosophie" (Liebe zurWeisheit) umfaßt eigentlich alle menschliche Kunst und Wissenschaft,gibt also kein unterscheidendes Merkmal, wiewohl die Philosophiean sich die wahre und höchste Lebensweisheit befördert und ist.^Verschiedene andere Erklärungen (zur Prüfung): i. Die Philosophieist die Wissenschaft von der ursprünglichen Begründung der Erkennt-nisse und der Dinge, also von den höchsten Principien des Wissens undSeyns; 2 . die Wissenschaft der Begründung der Wahrheit oder desErkennens und Wissens; 5. die Wissenschaft der Natur der Dinge;4. die Wissenschaft der göttlichen und menschlichen Dinge; 5. die Wis-senschaft von der Seele, der Welt und von Gott; K. die Wissenschaftder Natur und der Eigenschaften der natürlichen Dinge und ihrer Wir-kungen (das ist auch großentbeils die Naturgeschichte, Naturlebreund Chemie); 7. die Wissenschaft des unveränderlichen Zusammenhangesder Dinge (dieses wäre ebenfalls Etwas aus der Metaphysik); 8. einSystem von Vorstellungen und Sätzen über die nicht wahrnehmbaren,sondern bloß denkbaren Gründe der unserer Wahrnehmung gegebenenäußern und innern Thatsachen; s. das System der Ideen der Vernunft;io. das System der Vernunft über das Absolute; ii. das System vonVernunfrkenntniffen aus bloßen Begriffen, angewandt aus die letztenZwecke der menschlichen Vernunft; 12. die Wissenschaft von der ur-sprünglichen Gesekmäßigkeit der gesammtcn Tbätiqkeit unsers Geistes,oder von der Urform des Jchs; — die Wissenschaft der menschlichenNatur nach ihren ursprünglichen Vermögen und deren Gesetzen; — dieWissenschaft von der ursprünglichen Gesetzgebung der geistigen Vermögen.
§. 22 .
P h i l o s o p h e m.
Die Philosophie an sich ist nur Eine (cs ist ja nur ein In,begriff der letzten hinreichenden Gründe, — die objektiven, wahr,daft hinreichenden Gründe sind für alle Subjekte, welche dieseGründe erkennen, auf gleiche Weise gültig, durchaus nicht ver-schieden).
Tie Systeme der Philosophie können aber sehr verschiedenscyn. Ein System der Philosophie ist nämlich nicht bloß die logi-sche Anordnung des Inhalts der Philosophie, sondern zugleich die da-mit verbundene eigentkümliche Ansicht über die Gegenstände der-selben (System in materieller Bedeutung oder Lehrgebäude).Tic Systeme der Philosophie können 1. (der dargestclltcn Materienach) falsch, halbwahr, wahr, 2. (der Form nach) verschie-den dargcstellt (in dieser oder jener Ordnung . . .), also auch indieser Hinsicht verschieden scyn. Taß ein falsches oder nur halb-wahres System der Philosophie doch noch philosophisches System
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