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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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den , solche übersinnliche Objekte als real möglich und wirklich zu den-ken, die sich nickt in der Erfahrung wahrncbmen lassen.Sind aber die übersinnlichen Objekte so beschaffen, daß sie sich in einemSchema, in einer Figur, darstellen lassen; so nennen Einige diesesnothwendige Denken solcher Objekte das Wissen (das mathematischeWissen). l>. Erkennen ist das Wiederergreifcn des entfrem-deten oder vergessenen Wahren (man erkennt wieder seinen altenFreund an einzelnen Zügen). Doch ist dieses Erkennen eigentlichAnerkennen" zu nennen. Das Anerkennen ist nämlich 1. das Wie-dererkennen, 2. das Geltcnlassen, Respektircn (z. B. frem-der Rechte).

§. 9.

Die Wahrheit erkennen.

W a h r, objektiv genommen, ist dasjenige, was i st (eristirt) odermöglich ist. So nennen wir nicht bloß die cristirenden Dingewahre Dinge, sondern auch die möglichen Dinge, worauf sich z. B.die Mathematik bezieht, wahre Dinge; wir sagen: es ist wahr, daßin einem (möglichen) Dreiecke drei (und nur drei) Winkel möglichsind, die zusammen zwei reckten Winkeln gleichen. Was nicht ist 'und nicht möglich ist, ist falsch. In Beziehung ans uns bestehtdie Wahrheit in der Erkcnntniß dessen, was ist odcrmöglichist. Oder Wahrheit unserer Erkenntniß ist die Uebcreinstim-mung unserer Erkenntniß mit dem Objekte (mit dem cristirendcn odermöglichen Gegenstände). Wenn wir das, was wirklich ist, als etwasWirkliches, und das, was möglich ist, als etwas Mögliches bejahen,und das, was nicht eristirt, oder doch nicht möglich ist, verneinen;so sind wir in der Wahrheit; umgekehrt sind wir in der Unwahrheit.

§. 10 .

Eintheilung der Gründe der Wahrheit unserer.

Kenntnisse.

Tie Gründe, warum wir etwas für wahr halten, sind entwederhinreichend, oder unzureichend. Die hinreichenden Gründesind entweder zugleich die letzten erkennbaren Gründe oder nicht.

Hinreichende Gründe der Wahrheit.

§. il.

Gewißheit, Ueberzeugung von der Wahrheit.

Halten wir die Gründe der Uebereinstimmung unserer Kenntnifimit dem Gegenstände für zureichend, so haben wir Gewißheit,Ueberzeugung. Die Ueberzeugung ist also der Zustand unsererSeele, worin wir unsere Kenntniß für hinreichend begründet (fürgültig, für wahr) halten. Das Fürwahrhalten ist also das Aner-