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Solche Urthette «nd Schlüffe heißen Erfahrungsurtheilr, Er-fahrungsschlüsse. —
§. 5 .
Uebersinnliche Vorstellungen.
Vorstellungen, die sich ans das Wesen der Tinge beziehen, wel-ches nicht durch die Sinnlichkeit, durch die Erfahrung unterschieden,anerkannt werden kann, also übersinnlich ist, heißen über-sinnliche Vorstellungen (z. B. über „Substanz", „Geist", „Unend-lichkeit"), und sind entweder streng allgemeine Begriffe, oder Ur-tbeile oder Schlüsse. Außer den Jndividnalgedanken gibt csdemnach Gedanken in sinnlichen und übersinnlichen Begriffen, Urtei-len und Schlüssen.
§. 6 .
Denken.
Denken überhaupt heißt also: mittelbar sich etwas vor-stellen (etwas Einzelnes oder Allgemeines), oder: sich etwas vor-stellen vermittelst gewisser Qualitätsvorstcllungcn.
§. 7 .
Formales, materiales Denken.
Man kann zwar nicht denken ohne ein Objekt des Denkens (ohnean Etwas zu denken); aber man kann doch dabei von allem be-stimmten Inhalte, von allen bestimmten Objekten ab-strahiren, man kann ohne Rücksicht auf ein bestimmtes Objektdenken; z. B. bei'm Denken'über Schlüsse überhaupt nnd ihre Regelndenkt man ja nicht an einen bestimmten Schluß, etwa in Beziehungauf Dreiecke. Ein solches Denken ist formal. Denkt man abermit Rücksicht auf bestimmte Objekte (überhaupt oder insbeson-dere), auf bestimmte mögliche oder wirkliche Wesen; so istdas Denken material, objektiv.
§. 8 .
Erkennen.
Das materiale Denken, d. i. das Denken in Beziehung aufein bestimmtes Objekt, heißt erkennen. Erkenntniß ist also dieBeziehung einer Vorstellung auf einen bestimmten, von andern unter-schiedenen, Gegenstand. Im strengsten Sinne aber heißt nur das-jenige Denken ein Erkennen, worin wir etwas entweder als wirklichmöglich oder als eristirend zu denken genöthigt sind, also das noth-wcndige Denken eines bestimmten Objekts. Einige geben folgendeErklärungen vom Erkennen: a. „Erkennen ist das nothwendige Denkeneines sinnlichen Objekts, (jenes Denken eines Objektes, zu wel-chem wir durch die Sinnorgane, worauf dasselbe wirkt, genöthigtwerden). Das nothwendige Denken übersinnlicher Objekte bekommtdann den Namen „Glauben", in so fern wir nämlich (nicht durch Zu-fälligkeiten, sondern durch die Gesetze unsers Geistes) genöthigt wer-
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