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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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Vorstellungen derselben, von den Anschauungen. Auch hüteman sich, das WortAnschauung" bloß mit den Wahrnehmungendes Gesichtssinnes für gleichbedeutend zu nehmen; denn es bezieht sichaußer dem nicht nur auf die Wahrnehmungen des ganzen äußern undinner» Sinnes, sondern selbst auf die Wahrnehmungen des mittelba-ren oder unmittelbaren Enthaltenscyns eines Begriffes und Urtheils indem andern. Es gibt also sinnliche und intellektuelle An-schauungen. Da nun Wahrnehmungen und Anschauungengleichbedeutend sind, so gibt es auch sowohl sinnliche, als intellek-tuelle Wahrnehmungen.

Empfindung ist das Wabrnchmen der von einzelnen Gegen-ständen auf uns gemachten Eindrücke. Soll aber Empfindung so viel,als Gefühl bedeuten, so versteht man darunter den (angenehmenoder unangenehmen) Zustand in uns, welcher durch die Einwirkunghervorgcbracht wird. Das Gefühl ist demnach bloß etwas Subjekti-ves, nnscr Subjekt Betreffendes; die Empfindung, als sinnlicheWahrnehmung, aber ist zugleich etwas Objektives, auf ein cin-wirkcndes Objekt zu Beziehendes.

Empfindung und sinnliche Wahrnehmung und sinnliche An-schauung sind dasselbe.

Z. 3.

Eine sinnliche Vorstellung kann von uns wieder geweckt (rcprodu-zirt) werden, wenn der Gegenstand auch nicht mehr auf uns einwirkt.Wir können auch mehrere sinnliche Vorstellungen verbinden, trennen,und so neue sinnliche Vorstellungen bilden. Das Vermögen zu diesenbeiden Stücken heißt (sinnliche) Einbildungskraft (reproduktiveund produktive). Wenn wir verschiedene sinnliche Anschauungen(z. B. einzelner Birn-, Apfel-, Zwetschcnbäume) gehabt haben; soentsteht in uns allmählich ein Gemeinbild (der Obst bau me).Schauen wir nun etwas Individuelles (z. B. diesen Baum) an, undbleiben wir bei diesem unmittelbaren Vorstellen, Anschauen, nichtstehen, sondern stellen wir uns dabei auch das Gemeinbild (Obst-baum) vor, stellen wir uns also dabei irgend eine Seyensart(Qualität) vor: so sind wir nicht mehr bloß anschanend thätig, son-dern auch denkend, wir haben hier einen Jndividnalgedan-ken, eine mittelbare Vorstellung, da wir uns diesen Baum ver-mittelst der Vorstellung von einer gewissen Qualität (hier vermittelstder VorstellungObstbaum") vorstellen.

§. 4 .

Allgemeine sinnliche Vorstellungen.

Aus den eben genannten Gemeinbildern machen wir nach undnach Begriffe von ganzen Arten und Gattungen der sinnlichen Dinge,also gewisse gemeinschaftliche, nicht streng allgemeine Vorstellungen,die sogenannten empirischen Begriffe (z. B.Baum, Pflanze"),die wir dann weiter zu Urtheilen und Schlüssen benutzen können.