System aufgestellt ist, welches mit den von der gemeinschaftlichengesunden Vernunft anerkannten, und durch die ganze Offenbarungbestätigten Lehren (über Gott, als den Schöpfer aller Dinge, alsdas Ziel aller vernünftigen, frcitbätigen, zur Tugend und ewigenSeligkeit berufenen Wesen) übereinstiinmet. Obgleich der Philosophnicht an die gesunde Menschenvernunft überhaupt als den hinrei-chenden Grund seiner Behauptungen appclliren darf; so darf erdoch auch nicht einem solchen Systeme huldigen, welches die ge-sunde Menschenvernunft aufhebt (ganz oder zum Theile), indem erhierdurch eine ungesunde, kranke Vernunft verrathen würde; er istalso genöthigt, einen solchen Weg einzuschlagen, worauf eine ausso deutlich erkannten, völlig begründeten und zusammenhängende»Sätzen bestehende Wissenschaft gestaltet wird, daß die Kenntnisseder gemeinschaftlichen gesunden Menschen - Vernunft dadurch beför-dert, befestigt, und in eine wahrhaft wissenschaftliche Äenntniß ver-wandelt werden. So erlaubt sich auch der Philosoph, der ja eineWissenschaft aus Vernunftprinckpien konstruiren will, nicht, seineBeweise aus der Offenbarung zu nehmen: aber, wenn er sich aufein System verirret, welches den Aussprüchen Gottes, der Unver-nunft, der ewigen Wahrheit, widerspricht; so orientirt er sich, festüberzeugt, daß er sich auf einem Irrwege befindet, da die mensch-liche Vernunft nicht der göttlichen widerstreiten kann und darf, erverläßt seinen bisherigen Weg, sinnet auf andere, haltbare Grund-sätze, bis er eine Wissenschaft gestaltet, die in sich selbst feststeht,und mit der von der ganzen Geschichte bezeugten OffenbarungGottes harmonirt *). Auf diese Art wird es ibm endlich möglich,wahre, praktische Weisheit zu befördern, und zur Befestigung undAusbreitung der Religiösität, Sittlichkeit und Rechtlichkeit, ohne
*) Daß hier keine petitin prineixü gemacht wird, leuchtet ein, wenn manbedenkt, daß der allgemeine Menschensinn und die Offenba-rung dem Philosophen bei seinen Forschungen sich nur als Weg-weiser zur schnellem Entdeckung der Wahrheit darbieten, und,wenn er mit Liebe zur Wahrheit forscht, endlich sich selbst als Wahr-heiten, als Quellen wahrer Erkenntnisse, darstellen werden.