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übertriebene Schätzung der Vernunftwissenschaste» bewahrt, undzur wahren Wissenschaft, zum festen Glauben, zur echten Weisheitund Tugend hingeführt werde. — Vielleicht wird auch Andern(bei so vielen sich bestreitenden und den Geist verwirrenden Syste-men) ein solches Buch willkommen seyn, in welchem dasjenige
Christen, von Ferdinand Wancker (Mainz in der Simon Mül-lerschen Buchhandlung 1828) stehen: „Die philosophischen Wissen-schaften sind der feste Grund, auf dem das Gebäude errichtet werdensoll. Wer nicht auf diesen Grund bauet, und ohne Philosophie sichin die Geheimnisse der hohem Wissenschaft hineindringen will, des-sen Wissen gleicht einem Baume, der keine Wurzeln hak. Er prangtmit Aesten, Rinde und Blättern; aber wurzellos, wie er ist, zehrter aus an den brennenden Strahlen der Sonne, oder stürzt überund über bei dem ersten hereinbrechcnden Sturmwinde. Wenn ichIhnen aber die Philosophie als die Basis aller intellektuellen Aus-bildung mit Recht anrühme, so muß ich Ihnen zuerst eine anderewichtige Regel empfehlen. Die gelehrte Geschichte ist fruchtbar anmancherlei philosophischen Sekten. Jede sucht die holde Göttinn derWahrheit auf; jede schlug ihren eigenen Weg ein, sie zu finden.Noch vor 4n Jahren wallfahrtete man zu den Gräbern Wolfs und Leib-nitzes; man verließ sie und reiste zu Kant, der nun wieder beinaheöde steht, und auf dem nur noch wenige Lämpchen brennen. DesReifens müde blieb man nun zu Hause, schlcß die Augen, und suchtemit Fichte das Universum aus sich selbst, gleich dem Seidcnwurmc,herauszuspinnen. Mein Freund, der Du eben die Akademie betrittstund am Scheidepunkte der divergirenden Straßen stehst, folge derStimme Deines Lehrers, der das Amt hat, Dich zu unterrichten.Halte Dich für jetzt ganz an sein System, denke es gründlich durch,und wechsle nicht mit den Meinungen des Tages. Du würdest Dei-ne Begriffe jetzt nur verwirren, die getragenen Thekle würden sichnicht amalgamiren, und indem Du Dir alle Philosophieen eigen ma-chen wolltest, würdest Du alle Philosophie verlieren, und also garkein Fundament haben, auf welchem Du sortbaucn könntest.Ein übclgeformter Eckposten ist besser, als gar keiner, und einebestimmte Philosophie, wenn sie auch das Eine in Allemnicht ganz ergriffen hat, ist besser, als gar keine. Mitder Zeit, wenn Dein Blut kälter, Deine Vernunft reifer, DeineEinsichten vielfältiger sind, magst Du selbst prüfen, richten und wäh-len." S- 229. 25«.