266 H. C. von der Gabelentz, Die melanesisciien Sprachen.
getraue. Abgesehn von der, jedenfalls einer späteren Zeit angehörenden,Vermischung mit polynesischen Elementen, die wir im Fidschi beobach-ten konnten, zeigen alle melanesischen Sprachen sowohl in einzelnenWörtern als besonders in manchen Eigenthümlichkeiten der Grammatikeine so auffallende Uebereinstimmung mit dem Polynesischen, dass derGlaube an eine Urverwandtschaft unwillkührlich an Boden gewinnt,E.Norris (in Prichard’s natural history of man. Y h cd. Yol.II. p. 432 s.)sagt, die von ihm verglichenen Proben melanesischer Sprachen schienenihm zu beweisen, dass sie mit den übrigen Südseesprachen ebenso ver-wandt seien, wie die germanischen mit den slavischen Sprachen; dieGrammatik habe viel Uebereinstimmung, namentlich seien die Pronominafast identisch, wenn auch die Masse der Wörter verschieden. Den Ueber-gang finde man im Fidschi, das sowohl der Grammatik als den Wortennach mit beiden Sprachfamilien verwandt sei. Auch die Neuseeländerhaben melanesische Elemente in sich aufgenommen, noch mehr dieTonga-Insulaner und — wollen wir hinzusetzen — die Samoa-Insulaner.
Ohne dass die Vergleichung, welche mit der Verwandtschaft zwi-schen den germanischen und slavischen Sprachen hier angestellt wird,hinsichtlich des Grades der Verwandtschaft gerade für passend zu haltenwäre, mag im Wesentlichen obige Ansicht ihre Richtigkeit haben undmindestens soviel unleugbar feststehn, dass die melanesischen und po-lynesischen Sprachen mehr mit einander gemein haben, als aus einerblossen Entlehnung der einen von den anderen hervorgehn kann.
DRUCKFEHLER.
S. 87,„ t52,„ 20t
Z. t I v. u. statt yi lies iji.
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