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[1] (1860)
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Die melanesischen Sprachen.

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I. Das Lautsystem.

§ 510. Die durch einen Reichthum oft ein Uebermass derYocale bedingte Weichheit der polynesischen Sprachen können wir nichtin gleicher Weise den melanesischen als charakteristisches Merkmal zu-erkennen. Zwar (heilt das Fidschi, das überhaupt auf der Grenze zwi-schen Beiden steht, diese Eigenthümlichkeit, die anderen aber gestattensich fast Alle im Gebrauch der Consonanten mehr oder mindere Frei-heit. Am nächsten steht in dieser Beziehung nach dem Fidschi noch dasDuauru, nicht aber wie jenes wegen einer Vermischung mit polynesischenElementen, sondern weil es überhaupt entweder auf einer tieferen Stufeder Entwickelung stehn geblieben, oder mehr als die anderen abge-schliffen ist; alle anderen bringen Consonantenverbindungen und Con-sonantenauslaute, wie sie dem Polynesischen unerträglich sind. Am auf-fälligsten ist dies bei den Sprachen der Neuen Hebriden, doch auch dieder Loyalty- und Salomons-Inseln geben davon Beispiele, wie Marö:hna, hnori, punint, nent Lifu: chas, thinashsa Bauro: mwairaha,larantarau und die in diesem und dem Guadalcanar unverändert beibe-haltenen Ausdrücke Christ, Church, welche einem polynesischen Mundein solcher Form gänzlich unaussprechbar sein würden, so dass z. B.Ersteres in den verschiedenen polynesischen Dialekten Karaiti, Kalaisi,Keriso geschrieben und gesprochen wird.

§511. Nächst dieser grösseren Freiheit in dem Gebrauch der Con-sonanten zeichnen sich aber auch die melanesischen Sprachen durcheine grössere Mannigfaltigkeit derselben vor den polynesischen aus.Letztere besitzen überhaupt nur zehn Consonanten: f, k, l, m, n, ng, p,

s, t, v, welche aber nur in den Sprachen von Fakaafo und Vaitupu reinund vollständig vorhanden sind. Allen übrigen fehlt der eine oder andereLaut, so dem Samoanischen, Tahitischen und Hawaiischen das k, demRarotonga das f und s, oder sie verändern das s in h, wie das Tongaischeund Neuseeländische u. s. w. Unter den melanesischen Sprachen dage-gen hat das Duauru, welches auch in dieser Beziehung als die ärmsteerscheint, mindestens 12 Consonanten: ch, d, g, j, k, m, n, ng, p, r,

t, v; es ist dies die einzige dieser Sprachen, welcher l und s fehlt, dochhat sie für Letzteres die Zischlaute ch und j, welche dem Polynesischengänzlich abgehn. Im Bauro und Guadalcanar finde ich je dreizehn Con-sonanten, wovon zwölf: b, d, g, h, k, l, m, n, r, s, t, iv beiden gemein-