Die melanesischen Sprachen.
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§ 295. Hieran lassen sich einige Bemerkungen knüpfen:
1) Der Numerus, welchen ich nach Analogie der anderen melane-sischen Sprachen als Pluralis bezeichnet habe, ist nach Form und Be-deutung eigentlich nur eine Yierzähl, indem seine Zusammensetzungmit valz, vier, nicht zu verkennen ist; wenn daneben noch ein wirklicherPluralis, d. h. eine Form für eine der Zahl nach unbestimmte grössereMehrheit vorkäme, so würde das Mallikolo die Eigenthümlichkeit dar-bieten, dass darin sogar fünf Numeri, statt der in anderen melanesischenSprachen gebräuchlichen vier existirten. Allein dies ist schon deshalbunwahrscheinlich, weil sonst Abraham, der gerade den Personalprono-men seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat, die Form des Plu-ralis sicher anzuführen nicht unterlassen haben würde. Berücksichtigtman nun, dass das Zahlwort rima, fünf, schon nicht mehr melanesischensondern polynesischen Ursprungs ist, so wird es klar, dass die Einge-bornen von Mallikolo ursprünglich überhaupt nur bis vier (oder eigent-lich bis drei) zu zählen gewusst und dass sie unter »vier« dann jedegrössere Mehrheit, also den Pluralis im Allgemeinen, verstanden haben.
2) Auch in der Form deslrialis für die zweite Person ist das Zahl-wort roi, drei, nicht zu verkennen, wogegen der Trialis 1 Pers. dratinkeine Spur davon aufweist. Vergleicht man diesen mit dem Dualis dri-van und Plur. Iralovatz, so haben alle drei Formen einen gemeinsamenTheil, dri-dra-tra, welcher der Person angehört, während der letzteTheil des Worts, van-tin-{to)vatz die Zahl bezeichnet; tin für drei erklärtsich aus Mare lini, Onin teni drei, van für zwei scheint aus dem Zahlwortna abgeleitet.
3) Die Genauigkeit unserer Quelle vorausgesetzt, unterscheidet dieerste Person nur im Dualis zwischen einem Exclusivus und Inclusivus,also zwischen ich und er und ich und du, während sie diesen Unter-schied im Trialis und Pluralis nicht kennt. Es wäre dies eine mehrscheinbare als wirkliche Inconsequenz; denn es ist erklärlich, dass dersprachbildende Geist eher das Bedürfniss fühlt, die Verbindung des Ichmit dem Du und des Ich mit dem Er zu unterscheiden als das einesTrialis oder Pluralis excl. oder incl., weil hier, es mag die zweite Personeingeschlossen sein oder nicht, immer noch eine dritte, vierte u. s. w.Person hinzutritt ( I + 2 -f- 3 oder 1 -+- 3 -+- 3) oder die Mehrheit derzweiten Person selbst schon als die Verbindung des Du mit einer drit-ten, vierten u. s. w. Person angesehn werden kann. Hiermit steht in