356 Genie und Irrsinn.
und Charente, Saune und Loire, welche hingegen nur nie-dere Quoten liefern.
Geringen Einfluß hat die Abstammung; die Nachkommender Burgunder haben viele Genies im Jura und Doubs,wenige in Saune und Loire.
Die Haute Garonne zahlt, bei gleicher Abstammung,zehnmal mehr Genies als Ariege, zweimal mehr als Gersund fünfmal mehr als Landes Die Gironde in Guyennehat das Doppelte von Lot und in Languedoc hat Hsraultsiebenmal mehr Genies als Lozsre.
So sehr auch immerhin diese Gesetze als zuverlässig er-scheinen, so findet man doch, wenn man dieselben mit demWegweiser der Kunstgeschichte, genau Prüft, daß die Folge-rungen daraus mit großer Vorsicht ausgenommen werdenmüssen, weil dabei eine Reihe der verschiedensten Faktorenmitwirkt, welche diese sämtlichen Einflüsse stören und ver-wirren, diejenigen der Anhäufung und der Orographie nichtausgenommen.
Wir haben zum Beispiel oben gesehen, daß, wie auch dasKlima und die Menschengattung sein möge, die große Anhäu-fung von Menschen genügend ist, um die Zahl der Künstlerund der Talente zu vermehren; aber könnte dies nicht einetrügerische Wirkung sein, herbeigeführt dadurch, daß Jndi- >viduen, die aus ihren Geburtsörtern in die großen Städteübergesiedelt sind, anscheinend dort ihren Ursprung haben,wie dies bei Neugebornen und bei Kranken der Fall ist,während sie ursprünglich nicht von daher stammen? Die ^Thatsache, daß eine Malerschule, auch für Auswärtige, ge-stiftet wird, macht eine Stadt, die vorher nicht künstlerischwar, zu einem Mittelpunkt der Kunst; und wenn eine solche 'Schule lange Zeit dort bestand, so wurden die Zahlensehr groß, — und umgekehrt. Man sehe zum Beispiel Pie-mont, wo zuverlässig die militärische Erziehung, verstärktdurch den Jesuitismus, mehr noch als das Klima undder Menschenschlag, für lange Zeit das Aufblühen der