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Genie und Irrsinn.
die Übergange zwischen Wahnsinn und gesundem Verstandnichts weniger als hypothetisch sind, wie der ehrenwerteLivi gern behaupten möchte. Es stimmt dies übrigens zuallem, was wir ewig im wetten Reich der Natur sich ent-wickeln sehen, welche (wie man einmal sagte) niemalssprungweise fortschreitet, sondern nur durch allmähliche Ver-änderungen und Übergänge. Und wer weiß nicht, wie vieleHalbcretins und Halbgelehrte es giebt?
Nichts Natürlicheres also, als daß diese Steigerungennicht nur bet der höchst sonderbaren litterarischcn Narr-heit vorhanden sind, sondern auch in den kriminellen Ver-rücktheiten stattfinden, und daß viele unter den sogenanntenSchuldigen oder Wahnsinnigen nur halbverantwortlich sind,obgleich kein menschlicher Verstand mit genauer Wagschaledie richtigen Grenzen derselben zu ziehen vermag.
Die Propheten und Revolutionäre. —Lazzaretti.
Alles dies macht uns begreiflich, warum die großenpolitischen und religiösen Fortschritte der Nationen so oftvon Narren oder Halbnarren verwirklicht oder doch wenig-stens angeregt worden sind. — Nur bei ihnen allein kannman das Ursprüngliche, welches den Genies und Narreneigen ist, mit der Überspanntheit gepaart finden, die im- jstände ist, eine solche Dosis von Selbstlosigkeit zu erzeugen,daß sie bereit sind, die eigenen Interessen und das Lebenzum Opfer zu bringen, um die neuen Ideen dem Publi-kum, das stets jeder Neuerung abgeneigt ist, und sich nichtselten dafür mit Blut rächt, bekannt und oft annehmbarzu machen.
„Wir bemerken," sagt Maudsley, „wie sehr diese Leutebefähigt sind, die geheimsten Pfade des Gedankens, die von