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Genie und Irrsinn.
dieser Eigentümlichkeiten der künstlerischen Bestrebungen derIrrsinnigen, abgesehen von einer nähern Beleuchtung diesergeheimnisvollen Krankheiten, auch für die Ästhetik oderwenigstens für die Kunstkritik von Wichtigkeit sein könnte.Ein solches Studium zum Beispiel würde lehren, daß dieVorliebe für das Symbolische, für das Nebensächliche, diesonderbare Verschlingung der Schriften, das übertriebeneVorherrschen einer Farbe (und es ist allgemein bekannt,daß einer unserer begabtesten und jetzt lebenden Malereben in diesem Sinne schwer sündigtl, die Unflätigkeit unddas ungezügelte Streben nach Originalität pathologischeFragen der Kunst sind.
Die Graphomanen.
Eine Art von Geisteskrankheit, die ich die Grapho-manie nennen möchte, bildet das Mittelglied zwischen dengenialen Narren, den gesunden Menschen und den eigentlichWahnsinnigen.
In der traurigen psychiatrischen Welt würde diese Artvon Geisteskrankheit eine besondere Verzweigung derjenigensein, deren Opfer zunächst Mausdley als Männer mitnarrenhaftem Temperamente bezeichnet. Morel, Lagrandele Saulle und Schule (Geisteskrankheit, 11, 1880) be-haupten, daß die von derselben Betroffenen au einem erb-lichen Nervenübel leiden.*) Naggi, im Archiv für Psy-
*) „Es sind," so schreibt Schule in dem angeführten Werke, „Kin-der, Enkel oder Neffen von Geisteskranken und weisen in der Schä-delbildung sexuelle Anomalien auf, die sich auch im Gaumen und ander Zunge bestätigen lassen. Sie sind besonders periodischen und hypo-chondrischen Geistesstörungen ausgesetzt, deren Opfer sie bei dem ge-ringsten Anlässe, bei dem Eintreten der Mannbarkeit oder derSchwangerschaft werden. Von Kindesbeinen aus entbehren diese Men-schen der Energie, sind der Schlaflosigkeit, der Nachtwandlerei, Kon-vulsionen unterworfen, sind außerordentlich reizbar; im später» Alter