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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
Entstehung
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Physiologie des Genies und seine Verwandtschaftmit dem Wahnsinn.

Es ist dies gewiß eine grausame und schmerzliche Para-doxe. Und dennoch, selbst wenn man dieselbe von Gesichts-punkten betrachtet, die den oben genannten Forschern ent-gangen sind, entbehrt sie nicht der Begründung, wie sehrauch auf den ersten Blick sie der Vernunft zu widersprechenscheint.

Viele tiefe Denker sind, gleichwie Geisteskranke, sonder-baren Launen unterworfen und haben unmäßige, theatra-lische Geberden an sich. Von Lenau und Montesquieu er-zählt man, daß sie dem Boden ihrer Arbeitzimmer die Spurihres Fußes einstampften, indem sie denselben fortwährendfieberhaft bewegten, während sie an ihren Werken arbeiteten.Biiffon hing sich eines LageS in der Geistesabwesenheit mitden Händen an die Bedachung eines Turmes und mußtesich an Seilen herablassen, ohne sich der überwundenenGefahren seiner sonderbaren Lage bewußt geworden zu sein,was auch bei Nachtwandlern vorkommt. Santeuil, Crebillon,Lombardini nnd andere waren den sonderbarsten Gesichts-Verzerrungen unterworfen.*) Napoleon litt unaufhörlichan Krämpfen in der rechten Schulter und in den Lippen,wozu sich, wenn er zornig erregt war, noch solche in denWadenmuskeln gesellten.

„Mein Zorn mutz wirklich sehr groß gewesen sein," sagteer einst, nach einem heftigen Wortwechsel mit Lowe, im Ver-trauen zu einem Freunde. „Mein Zorn muß wirklich sehr