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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
Entstehung
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123
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I G-nic und Irrsinn. l23

V Wer nach so vielen Beispielen, die sich zu unseren^ Zeiten und vor nnsern Augen, im Schoße der verschie-

' densten Völker, zutrugen, noch an der Möglichkeit, daß

^ Genie und Wahnsinn in demselben Menschen zusammen-treffen können, zu zweifeln vermag, muß entweder blind; oder eigensinnig sein.

D Geisteskranke mit poetischem Genie, mit humo-Z ristischen Anlagen n. s. w.

j Das vorhergehende Kapitel schlossen wir mit der Be-

> merkung, daß man nicht mehr berechtigt sei, an der Mög-, ' lichkeit eines Zusammentreffens von Genie und Wahnsinnt zu zweifeln. Ebenso aber befinden sich in großem Jrr-

> turne diejenigen, welche glauben, daß in den Geisteskrankeni die Kraft des Geistes schwinde. Im Gegenteil trägt diest Geistesstörung sehr oft und in der sonderbarsten Weise zur

Erhöhung dieser Kraft bei.

i Winslav kannte einen Edelmann, der bei ungetrübtem^ Geiste nicht imstande war, die kürzeste Addition zu machen,! und durch die Anfälle des Wahnsinns Plötzlich zum großense Urithmetiker heranwuchs. Ähnliches begegnete einer Frau,L welche während der Dauer ihrer Geisteszerstörung undk ihres Aufenthaltes im Jrrenhause zur Dichterin wurde;sr als sie indes geheilt aus dem Jrrenhause in den Schoßsi, ihrer Familie zurückkehrte, war sie wieder zur prosaischen^ Hausfrau geworden.

Ein Monomane des Irrenhauses Liostrs beklagte seineGefangenschaft in folgenden schönen Versen: