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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
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Genie und Irrsinn.

Erzeugnisse bieten kann. Es können bei den schönen Künsten 'die übertriebene Kleinlichkeit oder der Mißbrauch der Sym-bole, der Sinnsprüche oder Nebensachen, die Bevorzugungeiner bestimmten Farbe, das unbändige Haschen nach neuem ;(wie zur Zeit des Barocken), ganz dicht neben dem Merk-mal der Krankheit einhergehen; ebenso wie man in denwissenschaftlichen Schriften die häufigen Zänkereien, die Über-treibung der Systeme, den Hang, von sich selbst zu redenund an die Stelle der Logik das Epigramm zu setzen, dieallzugroße Neigung zum Verse oder zur Assonanz in der ^Prosa, die gleichfalls übertriebene Originalität, fiir krank-hafte Erscheinungen halten kann; dasselbe gilt vom bibli-schen Stile, den kleinen Sätzen und von den eigentüm-lichen, unterstrichenen, oder in kurzen Zwischenräumen vieleMale wiederholten Worten; und hierbei bekenne ich, daßviele unter den die öffentliche Meinung leitenden Organenin dies Pech getunkt sind, und manche jungen Leute sichbemühen, die ernsten socialen Fragen in der Zankweise derIrrenhäuser und in dem verstümmelten Satzbau der bibli-schen Zeiten zu besprechen, als ob unsere kräftige Lungedie starken und männlichen lateinischen Perioden nicht aus-halten könnte; bei dieser Beobachtung wird mir angst fürdie kommende Generation.

Dagegen sollte das Analoge, welches die Narren mitden Genies haben (von welchen sie nur die krankhaftenErscheinungen erben) und mit den Gesunden (deren Schlau-heit und praktischer Takt ihnen gemeinsam ist) die Stu- !

dierenden veranlassen, auf ihrer Hut zu sein gegen gewisse s

Systeme, die besonders aus den abstrakten, nicht positiven (Wissenschaften, der Theologie, Mediciu*) und Philosophieentspringen, oder aus den gerade besonders im Umlauf sich

*) Ich vergaß, unter den wenig bekannten Narren die Homöopathenund die Vegetarianer zu erwähnen, die wahre medicinische Sekten /sind, bei denen wenige Wahrheiten ein Meer von Albernheiten be- ^decken.