Zl6 Genre und Irrsinn.
Kindern, mehr Ausnahme als Regel; die Regel, im Gegenteil,istder Widerspruch, das Alberne, und vor allem — das Banale.
Wie läßt sich wohl die Vorstellung eines Gesetzbuches,das den, „der einen Diebstahl begeht/" verbrennen, den,
„der falsches Geld macht", aufhäugen will, und zwar in einer ,bis jetzt unbekannten Weise des Hängens; und so den, der ,betrügt, und den, der die wegen Stiftung von Vereinen lAngeklagten den Zornesausbrüchen des Volkes aussetzt, —mit dem Grundsatz vereinigen: „Wir zerstören das mensch-liche Leben nicht mehr, wir entfernen jeden Gedanken desHasses;" wie verträgt sich der Gedanke, „den König und ,auch die Prinzen mit zwei und einer halben Million zu pen-sionieren", und die Bestrafung derjenigen, welche die Ver-fassung angreifen, — mit dem letzten Attentat und mit derPhrase, „datz die Monarchie ein Vielfraß ist"? '
Wie kann man, z. B. den Vorschlag ernstlich nehmen:die Geizigen, die Wucherer und die Tyrannen jeder Klasseabzuschaffen, ebenso wie die Armut, die alten Bettler und i
alten Bettlerinnen, Männer und Frauen — (man beachte ^
den Stil.) j
Diese Widersprüche erklären sich nicht durch eine ver- ischiedene Zeit ihrer Aufstellung weil man sie in den nämlichen lSchriften, auf den nämlichen Seiten, und in der nämlichenWeise findet, in welcher er von dem Jahrmarkt seines Dorfesauf Bismarck und auf den Kirschbaum übergeht; währender seines Prozesses, der ihn vor allem hätte in Anspruch i
nehmen müssen, nur in wenigen Zeilen erwähnt. — Eins !
jedoch ist beständig in diesen Schriften: das Ungrammati-kalische, und der abgerissene und aufgezählte Satzbau.
Er Pflegte wirklich die Sätze aufzuzählcn nach Weise derBibel, eine Eigentümlichkeit, welche die Närrischen und dieVerrückten oft in ihren Schriften anwenden (siehe Razzi,Schriften der Verrückten). Eine andere charakteristischeGewohnheit war auch die, das Geschriebene so in zweiTeile zu teilen, daß es zwei unregelmäßige Seiten bildete.