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Genie und Irrsinn.
wie ein gläserner Becher; ein Glas sehen und an dieStärke des Menschen denken, dabei ist kein großer Unter-schied; aber in der Vereinigung wird der Mensch hart,und erwirbt die Stärke von tausend Simsons."
Wo er aber wirklich sich über der Mittelmäßigkeit zu er-heben scheint, daS ist in seinen mündlichen Antworten. So,zum Beispiel: „Die Geschichte, die man durch Erfahrung imVolke lernt, ist viel lehrreicher als die, welche man in denBüchern studiert. DaS Volk ist der Lehrer der Geschichte,"und ähnliches. Um zu rechtfertigen, daß er, ein armerKoch, die Anmaßung hatte, sich zum Schriftsteller zu machen,sagte er: „Wo der Gelehrte sich verirrt, da findet oft derUnwissende den Weg."
Gefragt, was im Gewissen vorgehe, wenn man im Be-griff ist, eine schlechte Handlung zu vollführen, antworteteer: „In uns ist ein doppelter Willen; der eine treibt, derandre halt zurück; der, welcher in dem Streite obsiegt, be-stimmt die Handlung."
Übrigens find es gerade diese Züge, oder besser, diesesabwechselnde Aufflackern des Genies und seine sonderbarenBestrebungen, bei denen die krankhafte Anomalie in dieAugen springt. Wenn ein Mann ohne besondere Er-ziehung, aus einem so niedrigen Kreise, hinter Idealen her-jagt, die von denen seiner Klasse durchaus verschieden sind,so ist dies gewiß nicht normal; er kann ein Genie sein,ein Giotto, der aus einem Hirten ein Maler wurde; wennaber dann einerseits dieser Hirt seine Schafe vernachlässigt,und andererseits nur schlechte Klexe hervorbriugt, die sogareines Anstreichers unwürdig find: dann wird der Zweifelfast Gewißheit, und so bestätigt die psychische Prüfungwunderbarerweise das Facit, und giebt uns das Musterjenes besonderen Typus, von welchem uns der AnhangExemplare zeigen wird, die, wenn auch nicht ebenso trau-rig, doch sicherlich ebenso merkwürdig sind.
Allein diese vereinzelten schönen Züge sind, wie bei den