Druckschrift 
Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
Entstehung
Seite
252
Einzelbild herunterladen
 

252

6enis und Irrsinn.

Aber wenn wir an die Rechtschaffenheit seines Lebens,an die Ordnung denken, die er in allen seinen Sachenhatte, können wir ihn dann nur bloß einen Wahnsinnigennennen? Und wenn wir an die Originalität und Neu-heit seiner Ideen denken, können wir ihn dann mit dendielen, oben beschriebenen Irrsinnigen zusammenwerfen?Nein, gewiß nicht.

Setzen wir, daß Ferrari, statt einer hervorragendenBildung die Erziehung des Bosisio erhalten hätte, so wltrdenwir gewiß, statt eines Gelehrten, den die Welt mit gerechterBewunderung preist, etwas dem Bosisio Ähnliches bekommenhaben, weil gewiß seine Systeme der historischen Arithmetikmit den an bestimmten Tagen nach dem Willen des Autorshinsterbenden Königen und Republiken, nur der gehirn-lranken Welt angehören können.

Ganz dasselbe müßte man von Michelet sagen, wennman an seine Naturgeschichte der Phantasie, an seine aka-demischen Zoten, an seinen unglaublichen Größenwahn*)denkt, und an die letzten Bände seiner Geschichte Frank-reichs, die ein wirres Durcheinander von schmutzigen Anek-doten und bizarren Paradoxen sind;**) — von Fourierund seinen Nachfolgern, welche mit mathematischer Ge-

*) Eine ganze Litteratur, sagte er, entstand aus meinem „Insekt"und meinem „Vogel". — „Die Liebe" und „Das Weib" bleiben, da siezwei Grundlagen haben, die wissenschaftliche!!.! die Natur selbst, —und die Moral, das Herz der Bürger ...

„Ich beschrieb genau die Geschichte einer Auferstehung. — Es istder passendste Titel für meinen vierten Band, und ..."

„1670, während des allgemeinen Schweigens, redete ich allein.Mein Buch, in vierzig Tagen verfaßt, war die einzige Verteidigungdes Vaterlandes."

**) Er studiert in demselben wie ein Dokument das Tagebuch derVerdauung Ludwigs XIV., teilt dessen Negierung in die Epoche vorund nach der Fistel; — die Franz I. in die Zeit vor und nach dem Ge-schwür! — Er stellt daselbst Behauptungen dieser Art auf:

„Von der ganzen alten Monarchie Frankreichs bleibt Frankreichnichts als ein Name, Heinrich IV., und zwei Lieder, Gabriele undMarlborough."