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Genie und Irrsinn.
Muskeln und beide Teile bleiben in steter Verbindungmiteinander. Sieht ein Kind eine lebhafte Farbe, sospringt es. Starke Empfindungen, heftige Bewegungensind die Ursache unseres Geberdenspiels; sie erregen dasMnskelspstcin um so lebhafter, je reizbarer dasselbe ist.Ein leichter Schmerz läßt uns seufzen, ein heftiger entreißtuns einen Schrei; und die Kraftanstrcngung der Stimmebemißt sich nach der Größe der Erregung: bei gleichgiltigenDingen wird jene Kraftanstrengnug mittelmäßig sein, beiheftigen Erregungen wird sie aber bis zu einem hohenGrade steigen. Bei den höchsten Gemütsbewegungen steigtdie Stimme um fünf Töne, ja mitunter um eine ganzeOktave und noch höher; und der Gesang wird unwillkür-lich zitternd und von Muskelerschütterungen begleitet.
Was ist also natürlicher, als der Umstand, daß in Zu-ständen, in welchen die Gemütsbewegungen heftig und oftatavistisch sind, wie bei Geisteskranken, diese Tendenzenum so klarer zu Tage treten?
Und dieses erklärt uns auch wiederum, warum sichunter den dem Irrsinn verfallenen genialen Menschen soviele Musiker und große Komponisten befinden: Mozart,Lattre, Schumann, Beethoven, Douizettl. Pergolesi, Fenicie,Ricci, Rocchi, Rousseau, Händel, Düssck, Hoffmann, Gluck?)Man bedenke übrigens, daß musikalisches Schaffen die ammeisten subjektive aller Arbeiten ist; es ist von allenÄußerungen des Gedankens diejenige, welche ain freiestenvon der äußern Welt ist und hauptsächlich auf Gemüts-affekt beruht, weshalb dieselbe denn auch am meisten derhöchsten, aber den Organismus erschöpfenden Begeisterungbedarf.
Es wäre nicht unmöglich, daß ein näheres Studium
*1 Es waren der junge Nrnaldo Bargoni, und dann Mai'trianivon Neapel, welche mich zuerst und vor vielen Jahren aus das häufigeVorkommen von Geistesstörungen bei den Musikern aufmerksammachten.