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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
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220 Genie und Irrsinn.

chiatrie und Strafwisseuschasten, nennt dieselben neuropa-thische Kranke.

Raggi, der dieselben mit der ihm eigentümlichen scharfenund seinen Beobachtungsgabe studierte, möchte dieselben invier Klassen teilen, je nachdem die Geistesstörungen, anwelchen sie leiden, die sinnliche Sphäre, das Gemüt oderden Geist betreffen.

Die ersten wären halb hysterisch, halb hypochondrischund hyperästhetisch mit feinerm Gefühl als alle anderenbegabt; sie schreiben eingebildete Übel eingebildeten Ur-sachen zu.

Dieselben sind zu Excessen, sei es in der Enthaltsainkeit,sei es im zügellosen Genüsse, geneigt; ebenso zu den ab-sonderlichsten Ausschreitungen in geschlechtlichen Beziehungen,die ich flüchtig in meinem Werke über die Liebe bei denWahnsinnigen anzndeuten Gelegenheit fand (die paradoxale,ideologische, zoologische Liebe).* *) Sie empfinden auch son-derbare Zuneigung zu den Hunden, Katzen, Vögeln u. s. w.und noch sonderbarere Abneigungen, zerreißen und zer-

find sie bald außerordentlich thätig, bald indolent und faul, sind jederOrdnung, jeder Disziplin feind, grausam und früh zum Geschlechts-genuß und Selbstmord geneigt; sie sind stets unruhig und unzufrieden,dann und wann scheint es, als hätten sie ihren Zweck erreicht und sieberuhigen sich; aber bald fallen sie der alten Unruhe wieder zur Beute;bisweilen sind sie tüchtig in ihrem Berufe, sind aber stets Kinder imLeben." — Das ist der Charakter unserer närrischen Graphomanen.Ich fand nur, daß die körperlichen Anomalien und besonders die Erb-lichkeit deS Übels bei denselben viel seltener sind; bei einigen hingegenfand ich eine Verwandtschaft mit großen Männern, wie zum Beispielbei Bronssais, dem Sohne, und bei Küster, dem Bruder des gelehrtenKüster; bei Martin William, dem Bruder Jonatans, eines berühmtenMalers; bei dem Kommunisten Flourens, dem Sohne des berühmten

Astronomen; bei Geromini u. f. w.

*) Den in meinem genannten Werke angeführten Thatsachen fügeich noch die folgende, sehr charakteristische hinzu. Der Graf vonAdelS . . . , ein berühmter russischer Diplomat, sammelte bei öffent-lichen Gastmählern den Urin seiner Geliebten und trank denselben vorden Augen aller Anwesenden. — Tardieu beschreibt die rainettsk,welche sich in den unflätigsten Winkeln der Stadt behaglich fühlen.