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E-ille und Irrsinn
^ gelesen hat, wie Spencer und Ardigö bewiesen, daß vomKrystall bis zu den Sternen und selbst im meuschlicheuOrganismus und in der ganzen Natur das Gesetz desRhythmus vor allen andern waltet; der Mensch folgt mit-hin einem organischen Impulse, wenn er sich diesem Gesetzein jeder Hinsicht beugt. Daher kommt es, daß die wilden' Völker eine ganz besondere Neigung zur Musik zeigen. EinMissionär vertrante Spencer, daß viele Wilden, denener die Psalmen in Musik beibrachte, dieselben schon amAbend desselben Tages auswendig wußten, die übrigenspätestens am folgenden Tage.
Die Wilden gebrauchen sogar beim Sprechen einensingenden Ton, welcher unserm Necitativ nicht unähnlichist; die Dichtungen derselben wurden stets gesungen, woherk sich Ausdrücke wie Cantate, welche Dichtungen bezeichnen,herschrciben. Die geheimnisvollen magischen Formeln unddie Rezepte und Vorschriften unserer Vorfahren wurdengesungen (siehe Outo, iis rs rnnbiou), und daher kommtdas Wort iuounto, Zauber.*) Auch in unfern Tagen be-gegnete cS mir, in der Umgegend von Novi und Oulxi Frauen anzutreffeu, welche ihre Fragen in einer gesang-artigen Modulation der Stimme stellten. — Der Impro-visator kann seine Verse nur durch Gesang und vermittelstAnspannung aller Muskeln Hervorbringen.
Man füge hinzu, wie Spencer in seinem Versuch überMoral und Ästhetik treffend bemerkt, daß der Gesang alleZeichen verwendet und übertreibt, welche der natürlichenSprache der Leidenschaften eigentümlich sind, und überhaupt- in einer systematischen Verbindung aller Eigentümlichkeitenil der Stimme besteht, welche der Ausdruck der freudigen undschmerzlichen Empfindungen ist. Jede geistige Erregung,
^ sagt Spencer, verwandelt sich in einen Impuls für die
*) (Katars heißt zu Latein und Italienisch singen. Lavto ----- derGesang.