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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
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Genie und Irrsinn.

sucht dem Wahnsinn Anheimgefallenen hingegen Pflegenviel gelbe Farbe zu verschwenden, was sich auch in einemFalle moralischer Geistesstörung bestätigt fand (Frigerio).— Ein Kranker, welchem das Alkohol jeden Farbensinngeraubt, erlangte eine besondere Fertigkeit in der Verwen-dung der weißen Farbe und wurde, von Rausch zu Rauschtaumelnd, nach und nach der größte Schneemaler von ganzFrankreich. — In der körperlichen Entwickelung zurück-gebliebene Menschen, Blödsinnige und Stumpfsinnige zeich-nen entweder wie die Kinder oder beschränken sich ansfortwährend neue Darstellung desselben Gegenstandes (alsBeispiel kann Grandis dienen); zuweilen jedoch zeichnenauch diese sich aus und zwar sowohl im Farbenspiel wie inder Anfertigung von Arabesken. Zweimal begegnete ichgeistig verkrirppelten Menschen, welche Ziffern auf dieschönste Weise auszumalen verstanden.

Sehr häufig ist endlich der Fall, daß Menschen, welchevor ihrer Erkrankung den bildenden Künsten völlig fremdwaren, durch den Wahnsinn zum Malen veranlaßt wurdenund diesen Hang besonders stark bei heftiger Steigerungihres Übels äußerten.

B.. .., ein Maurer, ward im Jrrenhause zu Pesarozum Maler; seine Wahusinnsanfälle kündigten sich sogardurch seine satirischen Bleistiftzeichnungen an, in welchen er dieDiener und Beamten der Anstalt verurteilte, in sfü§io diesonderbarsten Züchtigungen zu erdulden. Er stellte zum Bei-spiel den feisten, rotwangigen Koch in der Bekleidung desLoos domo dar, vor einem Gitter, welches ihm nicht ge-stattete, die jenseits befindlichen verführerischen Speisen zuberühren. Durch diese Zeichnung wollte er an dem KocheRache üben, weil ihm dieser einst eine Speise verweigerthatte.

P.geriet alle sechs Monate in einen Zustand

großer Erregung, welcher ihn zum Zeichner machte; mitunglaublicher Schnelligkeit eilte in solchen Augenblicken