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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
Entstehung
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189
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Keni« und Irrsinn. 189

Verfolgungswahnsinn leidender Maler, welcher mit wun-derbaren Werken alle Säle des Hauses schmückte.

Häufiger jedoch ist der Fall, daß unter der Einwirkungeiner Geistesstörung solche Menschen zu Malern werden,die im früheren Leben durchaus nicht an die Handhabungdes Pinsels dachten; seltener kommt es vor, daß Künstlervon Beruf im Irrsinn einen höhern Grad der Vollkommen-heit erreichen.

Del Lac Clennell, so erzählt De la Pierre (a. a. O.),war von: Irrsinn ergriffen worden und wurde aus einemvorzüglichen Maler zum Dichter. Ebenso wurde Melmourvom Physiker zum Litterat und verlor gänzlich seine Be-gabung zum Maler; er war vor Schmerz wahnsinnig ge-worden, als seine innig geliebte Gattin am Hochzeitstagevom Tode dahingerafft wurde. Zu Siena befindet sich der

berühmte Bildhauer L.. dessen Werke vom Tage seiner

Erkrankung an keine richtigen Formenverhältnisse mehraufweisen (Funojoli).

Dasselbe Übel aber, welches gewisse für die Kunst sehrwichtige Eigenschaften im Menschen unterdrückt, hat auchdas Vermögen, andere Kräfte in ihm entstehen zu lassenund denselben ein eigentümliches Gepräge zu verleihen.

Von acht im Jrrenhause zu Perugia sich befindendenMalern, deren Geschichte mir von Adriani geschildert wurde,verloren vier unter dem Einflüsse akuter oder intermittenterGeistesstörung nichts von ihrer frühern Kunstfertigkeit;zwei hingegen büßten viel von derselben ein und einer vonihnen beklagte sogar nach seiner Genesung die während seinerKrankheit entstandenen Werke; einer von ihnen, der anTrübsinn litt, verlor zum großen Teil den Farbensinnund die Festigkeit im Zeichnen des Umrisses. — Vergateilte mir mit, daß ein ihm bekannter wahnsinniger Malerso viel rote Farbe bei den von ihm angefertigten Porträtsverwandte, daß die dargestellten Personen betrunkenenMenschen nicht unähnlich schienen. Die infolge von Trunk-