Feiils und Irrsinn. 181
ognors, eollvilmioni (Überzeugungen) zu nxonirr (Todes-kampf) und sogar monäo (Welt) zu vusv (Gefäß) wurde.
Die schnellere Jdeenassociation, die lebhaftere Einbil-dungskraft befähigen den Irren nicht selten, Fragen znlösen, welche einem gesunden und gebildeten Talente großeSchwierigkeiten bereiteten. Klar leuchtet dies hervor ausdeu Strophen, die ein unglücklicher Narr über Lazzarettischrieb und welche eine Diagnose enthalten, zu welcher ver-schiedene Irrenärzte, unter andern der tüchtige DoktorMichetti,*) nicht gelangt waren, obgleich diese unzweifelhaftmehr Verstand, und was schwerer in die Wagschale fällt,zahlreicheres und besser gesichtetes Material in Händenhatten.
Eine andere Eigentümlichkeit wahnsinniger Dichterlinge,welcher man auch, und dieser Umstand ist nicht zu über-sehen, in den Schriften der Verbrecher begegnet, — ist dieNeigung von sich selbst, von ihren Gefährten zu reden,Autobiographien zu schreiben, in welchen sie sich ohneRückhalt dem Ehrgeiz und der Eitelkeit hiugeben.
In den Schriften der Geisteskranken indes findet sichmehr Natürlichkeit des Ausdrucks, während sich in den-euigen der Verbrecher mehr verständiger Zusammenhangmit geringer Originalität und Schöpfungskraft vereinigt.(Siehe I/Homo äolingusube — Der Verbrecher, 1878.)
Dem irrsinnigen Schriftsteller ausschließlich eigen ist derGebrauch der Assonanzen, die oft die Stelle des solidenGedankens vertreten; die Verwendung von Worten, denender schreibende Irre eine ganz eigentümliche, nur ihm alt-gehörende Bedeutung zuschreibt (litiasi); die Wichtigkeit,welche den geringsten Umständen beigelegt wird (die Seifedes Farina). O'ost Io iruvuil äos Ions ä'sxuisor louroeorvoaui sur äos rions kning'rws, sur guolguos duga-
*) Diarium beS Irrenhauses zu Pesaro, 1879.