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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
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Genie und Irrsinn.

cr die Vaterlandsliebe, welche er wiederholt als „die Lei-denschaft der Dummen" und als „die einfältigste aller Lei-denschaften" bezeichnet. Er nimmt Partei für die Soldatengegen das Volk. Den Soldaten und feinem Hunde gehörtseine Hinterlassenschaft!

Ein einziger Gedanke hielt ihn fortwährend, unaus-gesetzt beschäftigt und zwar der Gedanke an sein eignes Ich,und dabei dachte er nicht etwa an dieses sein Ich als anden Schöpfer eines neuen Systems. In Hunderten von"Briefen beschäftigt er sich sonderbarerweise sehr gern mitseiner Photographie, mit seinem in Öl gemalten Bildeund mit einem dritten, „welches er anfertigen läßt, um es,!-> gleichsam als sei es das Bild eines Heiligen, in einer Artvon Kapelle aufzuhängen."

Der berühmte russische Schriftsteller Gogol hatte langeJahre hindurch in übertriebenster Weise der Onanie ge-fröhnt, als cr von heftiger Liebe zu einem Weibe ergriffenwurde. Nach dem Sturme dieser Leidenschaft wird ergroßer Theaterdichter. Er lernt Puschkin kennen, begeistertsich für die Novelle und den Roman und wird selbst zumRomanschriftsteller. Nicht lange nachher tritt er mit derMoskauer Schule in Berührung und wird durch den Ein-fluß derselben zu einem der größten Humoristen. In seinemTote Seelen betitelten Werke geißelt er unbarmherzigdie russische Bureaukratie und Beamtenwelt. Sein Spottist so scharf, daß das Volk sich von der Notwendigkeitüberzeugt, dem bureaukratischen Regiment, welches fürHenker und Opfer eine gleiche Qual ist, ein Ende zumachen.

Gogol stand nun auf dem Gipfel seines Ruhmes.Seine Bewunderer verglichen ihn sogar mit Homer wegenseiner Kosakengeschichte Taras Bulba. Sogar die Re-gierung zeigte sich entgegenkommend ihm gegenüber. Da^-bemächtigt sich seiner ein Gedanke. Es scheint ihm, alshabe er den Zustand und die Schäden des Vaterlandes