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Genie und Irrsinn.
in so lebhaften Farben geschildert, daß seine Werke un-bedingt den Anstoß zu einer blutigen Umwälzung gebenmüßten. Und es ist nur allzuwahr, daß Umwälzungenstets die von der Notwendigkeit und Nützlichkeit vorgezeich-neten Grenzen überschreiten. Diese Revolution mußte un-zweifelhaft die menschliche Gesellschaft, die Religion, dieFamilie zerstören. Wie hätte er da den Gedanken ertragenkönnen, ein solches Unheil veranlaßt zu haben!
Dieser Gedanke bemächtigte sich seines Geistes mit dem-selben Ungestüm, mit welchem ihn in früheren Jahren dieLiebe zu jenem Weibe, die Begeisterung für das Drama,die Novelle und die Satire ergriffen hatten. Und, besessenvon diesem Gedanken, begann er den abendländischen Li-beralismus zu bekämpfen. Aber bald überzeugte er sich,daß das Gegengift schwächer war als das erste Gift, wo-rauf er die Feder niederlegte und sich in seine Wohnungeinschloß. Hier begann er die Heiligen anzuflehen, daßdiese ihm bei Gott Vergebung für seine aufrührerischenSchriften erbitten möchten. Er unternahm sogar einePilgerfahrt zum heiligen Grabe in Jerusalem, von welcherer einigermaßen beruhigt zurückkehrte. Doch als gleichnach seiner Heinikehr die Revolution des Jahres 1848ausbrach, erwachte sein Gewissen mit neuer, größererMacht. Im Geiste sah er schon den Nihilismus trium-phieren, die Religion, das Vaterland und die Familiezerstört. Außer sich vor Schrecken, fleht er laut zum„Heiligen Rußland", welches bestimmt war, das heid-nische Abendland niederzuwerfen und auf den Trümmerndesselben ein großes panslavistisches, orthodoxes Reich zugründen.
Im Jahre 18L2 fand man den großen Dichter tot.Nückcnmarksanszehrung hatte seinem Leben ein Ende ge-macht. Der Tod hatte.ihn überrascht, als er eben vorden Bildern der Heiligen kniete, versunken in stummer An-betung.