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Genie und Irrsinn.
Im Jahre 1831 fällt er einem neuen Raptus derAngst zur Beute. Bei dem geringsten Geräusch, welchesan sein Ohr dringt, legt er die Hand an den Degen.Seine Furcht vor den Menschen ward für ihn zu einerunerträglichen Folterqual. Niemals öffnete er einen Brief,ohne ein großes Unglück zu befürchten. Er ließ sich nichtrasieren, sondern sengte sich den Bart ab. Er haßte dieWeiber, die Juden und besonders die Philosophen. DieHunde hingegen liebte er so sehr, daß er sogar in seinemTestamente derselben gedachte.
Alles war für ihn ein Gegenstand des Nachdenkens undernster Besprechungen. Er forschte nach der Ursache auchder unbedeutendsten Dinge, wie zum Beispiel seines leb-haften Appetits (er war geradezu gefräßig), deS Mond-lichtes und so weiter. Er glaubte an die sprechenden Tischeder Spiritisten, ist überzeugt, daß mit Hilfe des Magnetis-mus die krummen Beine seines Hundes wieder gerade ge-bogen und ihm das Gehör wiedergegeben werden könne.In einer Nacht träumt sein Dienstmädchen, eS trockneTintenflecke auf. Am folgenden Tage verschüttet Schopen-hauer Tinte und siehe da! ans dem Zusammentreffen desTraumes und der Thatsache schließt der große Philosoph,daß „alles was geschehe, notwendigerweise geschehen müsse"und aus diesem Verstoß gegen die Logik entsteht ein tiefesSystem.
Schopenhauer bestand nur aus Widersprüchen. AlsZiel des Lebens stellt er die Vernichtung alles Bestehendenhin, das dürvaua, dann prophezeit er (was einfach heißt:er wünscht) für sich hundertjähriges Leben! Er predigtallenthalben Enthaltsamkeit in den geschlechtlichen Bezieh-ungen und er selbst giebt sich in diesem Sinne den größtenAusschweifungen hin.
Er, der von der Unduldsamkeit anderer Leute so vielgelitten, stößt gegen Moleschott und Büchner die leidenschaft-lichsten und ungerechtfertigsten Drohungen aus; er verbirgt