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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
Entstehung
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Genie und Irrsinn,

fünfzig Jahre alt war, entbrannte er in heftiger Liebe zueinem Mädchen, welches in dem seiner Wohnung gegenüber-liegenden Hause wohnte; um sich die Zuneigung der Ge-liebten zu erwerben, entkleidet er sich und setzt sich nacktauf dem Balkon seines Hauses den Blicken des jungenMädchens aus. Eines Tages befindet er sich ans der Straßeund blickt hingerissen zu dem geliebten Wesen auf, welchesaber seiner Bewunderung gegenüber sehr unempfindlichblieb und schließlich, uni sich von dem lästigen Blicke zubefreien, einen Topf unreinen Inhaltes über seinen Kopfausleert. Der Gelehrte aber faßt diese Handlung als eineLiebesbezeugung ans und eilt froh in seine Wohnung zurück.Indem er den Hof seines Hauses durchschreitet, begegnetihm ein Huhn. Er entdeckt in demselben sofort eine großeÄhnlichkeit mit der Geliebten, kauft das Tier und bedecktes mit heißen, zärtlichen Liebeskiissen. Er nimmt es mitin seine Wohnung, wo er demselben jede Freiheit gestattet:cs darf ungestraft Bücher, Papiere, Hausgeräte beschmutzenund im Bette des Gelehrten ruhen. (Siehe OostNimo,Lolita, anomale, kalermo 1876.)

Schopenhauer erbte, nach seinem eigenen Bekenntnisse,den Geist seiner Mutter, einer mit großer Lebhaftigkeitausgestatteten Schriftstellerin ohne Herz, und den Charakterseines Vaterö, der menschenfeindlich und seltsam bis zumTrübsinn war und durch Selbstmord endete.*)

Schopenhauer selbst litt ebenfalls an Trübsinn. BonNeapel verscheucht ihn die Furcht vor den Blattern; vonVerona vertreibt ihn der Gedanke, er habe vergiftetenTabak geschnupft (1818). Von Berlin flieht er, aus Angstvor der Cholera, nachdem er schon einmal aus der preußi-schen Hauptstadt geflohen war, bei Gelegenheit der Soldaten-aushebungen.

*) Siehe Gwinner, Schopenhauers Leben. — IN bot, I,a IMNo-eoxkis äs Lekyxslllrrtusr.