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Genie n»b Irrsinn.
Diese übertriebene, intensive Empfindlichkeit bildet auchden Grund, daß es stets so schwer fällt, Geisteskranke undhochbegabte Männer von einmal gefaßten Vorsätzen oderAnschauungen abzubringen. In ihnen schlagen der Irrtumsowohl als die Wahrheit tiefer und fester Wurzel als inanderen Menschen, für welche die Ansichten weiter nichtsals ein Modekleid sind, das man ohne Schwierigkeit an-und ablegt. Wir können aus dieser Thatsache die Lehreschöpfen, einerseits, daß die moralische Behandlung derGeisteskranken nur geringen Erfolg bieten kann, — anderer-seits, daß man niemals den Worten eines andern, selbstnicht denjenigen eines großen Mannes, blinden Glaubenschenken soll.
Diese unnatürliche Anspannung des Empfindungsver-mögens und die gleich darauf folgende Erschöpfung allerKräfte und Fähigkeiten sind unzweifelhaft die Ursache jenersonderbaren Handlungen, welche geniale Menschen mit denGeisteskranken gemein haben. Man erzählt von Newton,daß er in der Zerstreuung eines Tages seine Pfeife mitdein Finger seiner Enkelin stopfen wollte; wenn er dasZimmer verließ, um einen Gegenstand zu suchen, so konnteman mit Sicherheit Voraussagen, daß er ohne denselbenznrückkommen werde (Inte, Lrswstsr, 1856). Tucherellsoll sogar einmal seinen eignen Namen vergessen haben(Lra-go, 111).
Wenn Beethoven sich zum Komponieren und Newtonsich zum Studium einer mathematischen Frage niedergesctzthatten, vergaßen sie so vollständig die Bedürfnisse ihresMagens, daß sie den Diener schalten, ihnen eine Mahlzeitaufzutragen, nachdem sie schon gegessen zu haben ver-meinten.
Gioja, im Feuer der Inspiration, schrieb ein ganzesKapitel auf das Holz des Tisches anstatt aufs Papier. Deritalienische Abt und Nechtsgelchrte Beccaria, stets voll vondem Gedanken an seine Wissenschaften, ließ sich einst, als er