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Genie und Irrsinn.
D'Alembert und Menage, die, ohne mit einer Wimperzn zucken, grausame Operationen an sich vornehmen ließenund solchen ohne Rührung beiwohnen konnten, zerflossenin Thränen bei dem leichtesten Hieb der Kritik.
Linnö, obschon sechzig Jahre alt und infolge der Gichtund eines Schlagflusses dem Blödsinn verfallen, erwachteaus der Betäubung und aus dem Schlafe, wenn man ihndem geliebten Herbarium nahe brachte.
Der Mathematiker Lamy lag ohne Gefühl und Bewußt-sein darnieder. Vergebens hatte man alle Mittel versucht ihnwieder zu sich zu bringen und schon wollte man die nichtsfruchtenden Bemühungen einstellen, als einer der Um-stehenden den Einfall hatte, an den Bewußtlosen die Fragezu richten, wie viel die Zahl zwölf, zur zweiten Potenz er-hoben, wert sei. „Hundertvierundvierzig," antwortete un-verzüglich der Gelehrte, indem er aus seinem bewußtlosenZustande erwachte.
Als Sebujah, ein arabischer Grammatiker inne ward,daß der Chalif Arun-el-Raschid in einer grammatischenFrage anderer Meinung war als er selbst, war sein Schmerzso groß, daß er verschied.
Hier knüpft sich ganz von selbst die Bemerkung an, daßgeniale Menschen, oder besser gesagt, daß Gelehrte sehroft zu jener Kategorie von Menschen gehören, welche Wach-dakoff (küz'siol. des Zsniss, 1875. Siehe auch Iintouruean,Lvisnoe st matiöro, 1879) diejenige der Monotypen nennt.Unter solcher Bezeichnung faßt man alle diejenigen zusammen,die sich ihr ganzes Leben hindurch nur mit einem einzigenbeschränkten Zweige des menschlichen Wissens beschäftigtenund aus dem Bannkreise dieser Einseitigkeit sich nicht mehrzn befreien vermochten. So studierte Beckmann sein ganzesLeben hindurch weiter nichts als die Rippenkrankheiten,Fresner den Mond, Meyer die Ameisen. Eine großeÄhnlichkeit herrscht zwischen diesen Monotypen und denMonomanen.