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Indessen erinnerte sich später Eichendorff noch gern der kecken Streifzügein den herrlichen Spreewäldern, wie er es noch im Jahre 1836 in eineman seine ehemaligen Kameraden gerichteten Gedichte ausspricht.
Am 17. Juli nahmen die beiden Freunde ihren Abschied, indem sie,wie Eichendorff schreibt*), „noch eine tüchtige Arbeit und einen fröhlichemErfolg" sich versprachen. Sie hatten die Absicht, sich nunmehr dem Fouque'-schen Reitercorps anzuschließen; indessen kam es nicht dazu, weil inzwischenein Waffenstillstand vereinbart worden war. Die beiden Freunde, welcheihren Thatendrang nicht zu zügeln vermochten, eilten jetzt nach Böhmen,wo sie in das Armeecorps des Generals von Kleist traten. In denfolgenden Wochen kam auch Fouque mit seinen Reitern nach Böhmen,und hier lernten sich die beiden Dichter zum ersten Male persönlich kennenund schlossen ein herzliches Freundschaftsbündniß miteinander.
Nach der siegreichen Schlacht bei Culm — am 30. August — inwelcher Eichendorff Seite an Seite mit seinem Freunde Veit focht, faßteer, aus welchen Gründen ist uns unbekannt, den Entschluß, in österreichischeDienste zu treten, doch fand er nicht die gewünschte Verwendung, so daßer Anfang September in die Heimath zurückkehrte. Hier blieb er andert-halb Monat und trat dann als Offizier in das 17. schlesische Landwehr-Regiment ein, welches damals die Festung Glatz besetzt hielt. Leideraber gingen seine und der übrigen Offiziere Hoffnungen, bald auf denKriegsschauplatz gesandt zu werden, wieder nicht in Erfüllung; denn dasRegiment wurde nach wenigen Monaten zur Besatzung Torgau's com-mandirt, welches Ende December 1813 capitulirt hatte. Am 10. Januar1814 hielten die preußischen Besatzungstruppen ihren Einzug in die ent-setzlich verwüstete und von ansteckenden Krankheiten verheerte Stadt, wosie trotz einer von Eichendorff verfaßten an den König gerichteten Bitt-schrift der Offiziere, die Truppen bald auf den Kriegsschauplatz zu rufen,bis Spätsommer 1814 aushalten mußten. So gewann Eichendorff einefreilich gar nicht erwünschte Muße, sich wieder mit der Dichtkunst zubeschäftigen und dichtete einige kleine Lieder, welche aus seiner kriegerischenStimmung und den Anregungen des Soldatenlebens hervorgingen. EtwasBedeutendes hat er aber in dieser, der stillen Sammlung des Dichtersdurchaus ungünstigen Zeit nicht geschaffen.
Nachdem der Pariser Friede geschlossen war, kam Eichendorff, densein thatenloses Leben auf das höchste verdroß, um seine Entlassung ein.Vorher aber hatte er noch ein Duell zu bestehen, zu welchem ein sehrunbeliebter, von ihm mit einigen sarkastischen Bemerkungen beleidigterOffizier ihn gefordert hatte. Der jugendliche Ungestüm und ein allzu hoch
3 Raich, a. a. O., II 182.