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wunderbaren Lichte. Und so dichtete hier Friedrich unzählige Lieder undwunderbare Geschichten aus tiefster Herzenslust, und es waren fast dieglücklichsten Stunden seines Lebens" ^). In dieser Zeit entstanden jeneschönen, so rein und tief empfundenen Lieder, wie: „In einem kühlenGrunde", „Sind's die Häuser, sind's die Gassen", „Die Welt ruht stillim Hafen", „Schlafe, Liebchen, weil's auf Erden", „O Thäler weit,o Höhen", „Wer hat dich, du schöner Wald", „Vergangen ist der lichteTag" u. a., welche zum großen Theil in den Liederschatz des deutschenVolkes übergegangen sind und immer und immer wieder gesungen werden.Indessen haben auch geistliche Lieder, welche des Dichters tieffrommeGesinnung auf das schönste bekunden, in dieser Zeit ihren Ursprung;denn auch im sorgenlosen Genuß eines reichen Glücks, im gleichsam trun-kenen Schwelgen in den Schönheiten der Natur und der Poesie ging ihmder demüthig-fromme Sinn nicht verloren, welcher ihn als Kind schonbeseelt hatte. Natur und Gott, das ist der Kern seines Dichtens; ver-senkt in die eine erhebt sich sein Geist zu der Größe des Schöpfers,und in den Preis Gottes mischt sich die begeisterte Bewunderung seinerWerke.
Wie es damals wogte und wallte in seiner jugendlichen Seele, dasfinden wir in seinem Roman „Ahnung und Gegenwart", welcher in seinerüberraschenden Fülle an Gefühl, Geist und Witz, aber auch an über-sprudelnder Begeisterung so recht die Gährung in der Seele des jungenDichters verräth. Als echter Romantiker hält er die Poesie für diehöchste aller Künste; nicht zwar für die Beherrscherin des Lebens, wohlaber für eine Macht, mit welcher der Verstand und die vom Verständeregierte Menschheit zu rechnen haben. In dem Sonettenkranz „DerDichter", welchen er in dieser Zeit verfaßte, singt er das hohe Lied vonder Poesie und ihrem Priester. Da sehen wir, wie hoch, mit welchemheiligen Ernst er die Dichtkunst auffaßte, und daß er in dem ihm gege-benen Talent in der That einen Ruf von oben erblickte ^). Dieser Sonetten-kranz, edelschön in der Form und getragen von hohem, sittlichem Adel,kann in der That als das poetische Glaubensbekenntniß Eichendorff's be-zeichnet werden. Es ist eine seltene Erscheinung in der deutschen Lite-raturgeschichte, daß ein zwanzigjähriger genialer Jüngling sich solcheZiele und, was besonders betont werden muß, sich solche Grenzensteckt. Trotz alles Ueberwallens keine kecke Verachtung von Gesetzund Sitte, kein Anstürmen gegen die sittliche Weltordnung, welche somanches romantischen Dichters Anfänge charakterisirt! Ernst nahm erdas Leben und ernst die Kunst, und gestattete den: losen Witze nur, sich
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