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welche er hier vorfand, die Görres, Achim von Arnim und Brentano,sollten auf seinen geistigen Entwickelungsgang von entscheidendem Einflußsein. War Halle für ihn eine Vorschule der Romantik gewesen, sosollte ihm die Ruperto-Carolina die Hochschule der Romantik werden.
Görres, Arnim und Brentano, drei Feuergeister und bei aller inner»Verwandtschaft doch grundverschiedene Charaktere, wurden Eichendorff'sFreunde. Jene zum Theil schon angesehene Männer, welche von denKoryphäen der deutschen Litteratur beachtet und ermuntert wurden, über-sahen den Unterschied des Alters — Görres war 1776, Brentano 1778,Arnim 1781 geboren —, nahmen den wacker strebenden, enthusiastischenund echt deutschen Jüngling gern in ihren Bund auf und weihten ihnin ihre Bestrebungen ein. Mit Bewunderung, in welche sich ohneZweifel auch ein Stück geheimen Grauens mischte, blickte Eichendorff aufClemens Brentano, der ihm wie das Ideal eines Dichters erscheinenmußte. Offenkundig vor Aller Augen lag die reiche Begabung des sel-tenen Mannes; mit tiefem Schmerz sah Eichendorff in ein verwildertes,durch bittere Lebenserfahrungen zerrissenes Gemüth, welches den Glaubenverloren hatte und mit toller Ironie die innere Zerfahrenheit zu ver-decken suchte. Er vereinigte in sich die ungeheuersten Widersprüche undstürzte sich von einem Extrem in das andere. Brentano, sagt Eichen-dorff so schönt, erschien „wie ein Gedicht, das, nach Art der Volkslieder,oft unbeschreiblich rührend, plötzlich und ohne sichtbaren Uebergang insein Gegentheil umschlug und sich beständig in überraschenden Sprüngenbewegte. Der Grundton war eigentlich eine tiefe, fast weiche Sentimen-talität, die er aber gründlich verachtete, eine eingeborene Genialität, dieer selbst keineswegs respectirte und auch von Andern nicht respectirtwissen wollte. Und dieser unversöhnliche Kamps mit dem eigenen Dämonwar die eigentliche Geschichte seines Lebens und Dichtens und erzeugtein ihm jenen unbändigen Witz, der jede verborgene Narrheit der Weltinstinctartig aufspürte und niemals unterlassen konnte, jeden, Thoren,der sich weise dünkte, die ihm gebührende Schellenkappe aufzustülpen undsich somit überall ingrimmige Feinde zu erwecken." Dazu kam der wun-derbare Zauber, welcher Brentano's Persönlichkeit umgab, namentlich derjedes Ausdrucks fähige, mächtige Blick seines Auges. Er schien in derThat die verkörperte Romantik zu sein und er trug sie auch ohne Be-denken in sein eigenes Leben hinüber. Als Dichter war er bereits auf-getreten durch das Lustspiel „Ponce de Leon" und den Roman „Godwi".„Arnim dagegen gehörte zu den seltenen Dichter-Naturen, die, wie Goethe,ihre poetische Weltansicht jederzeit von der Wirklichkeit zu sondern wissen
ff Eichcndorff, Vcrm. Schriften, V 308.Görres-Gcsellschnft. III. Vereinsschrift für 1887.
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