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drücklich zu sagen? Heute ist alles Denken theoretisch so„lebendig“ und „beweglich“ und damit so erweicht, daß manlogisch kaum mehr treten kann. Die Modephilosophie des Lebenswird bisweilen zum Lebenssumpf, und darin gibt es dann nurnoch Froschperspektiven. Da gilt es zunächst einmal, nüchternerkenntnistheoretisch und methodologisch Wege und Brücken zubauen, auf denen das Material zur Errichtung von festen theo-retischen Häusern herbeizuschaffen ist, zu Gebäuden mit möglichsthohen Türmen, die standhalten und einen, weiten Ausblick ge-statten. Weil man nur von ihnen aus die Welt schauen undüberschauen kann, und weil das doch wohl immer die Aufgabedes theoretischen Menschen bleibt, kommt alles auf das festeBauen und auf klare Prinzipien an. Als Forscher haben wirdas Leben begrifflich zu beherrschen und zu befestigen undmüssen daher aus der bloß lebendigen Lebenszappelei herauszur systematischen Weltordnung. Deswegen ist die moderneLebensphilosophie, die das nicht einmal wollen, geschweige dennleisten kann, wissenschaftlich zu bekämpfen. Jeder Versuch,ein System der Philosophie zu errichten, muß sich zunächstgegen sie wenden, damit das Feld frei wird für das positiveSchaffen. Die Lebensangst vor dem System darf nicht in diewissenschaftlichen „Prinzipien“ hineingeraten. Wenn dem Bio-logismus das passiert, ist er nicht nur unphilosophisch, sondernwird philosophiefeindlich, also gewiß keine Lebens philosophie.
Damit ist der letzte Anspruch, den die Modebewegungunserer Zeit erheben kann, um ihre „Prinzipien“ zu retten, fürden theoretischen Menschen als hinfällig durchschaut. DiesePhilosophie behält nichts mehr übrig, was als durchgeführtePhilosophie im positiven Sinne gelten kann. Unsere Kritik,soweit sie auf eine Verneinung der zeitgemäßen Strömungenhinauskommt, ist also abgeschlossen. Es bleibt nur noch dieFrage, ob trotzdem die Lebenstendenz nicht Bedeutungauch für die Philosophie besitzt.