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matisch Denkenden aus eigenem unmittelbarem „Erleben“ herausvertraut und über jeden Zweifel erhaben ist. Der Biologist,soweit er theoretisch denkt, mißversteht sich selbst, wenn ersein eigenes Denken glaubt, biologisch fassen zu können. Erwill in Wahrheit etwas, das in keine biologistische Kategorieeingeht, denn so will es das Pathos der reinen Betrachtung oderder Wissenschaft, und so „will“ er selbst es als theoretischer Mensch,auch wenn er darüber keine Klarheit hat. Die biologistischeBetrachtung, die es anders will, kann theoretisch nicht bestehen,und darauf allein kommt es in der Wissenschaft an.
In Zeiten, in denen Systeme sklavisch nachgebetet werden,hat es freilich einen guten Sinn, auch das Recht der Bewegungund des Lebens zu preisen, und davon wird noch zu reden sein,wenn wir von dem Recht der Lebensphilosophie sprechen. Dasist dann sozusagen eine Angelegenheit der wissenschaftlichen„Politik“. Unsere Zeiten aber, in denen die LebensphilosophieMode ist, fordern zu einem so gerichteten politischen Verhaltennicht auf. Angesichts der Erweichung aller Begriffe, die man„lebendig“ zu machen sucht, und der Lebensangst vor demSystem wird der theoretische Mensch nicht mit dem großenLebensstrom schwimmen wollen. Die wissenschaftliche „Substanz“ist da bei denen, die bauen können oder es wenigstens versuchen.
Man mag auch diesen Standpunkt eine „Weltanschauung“nennen und ihn damit nicht als „wissenschaftlich“ anerkennen.Doch stecken in ihm nur die Voraussetzungen, die kein Theo-retiker entbehren kann. Hier steht eben die theoretischeWeltanschauung, die das System braucht, gegen die a n t i theo-retische, der es unsympathisch oder gar verhaßt ist, und dertheoretische Mensch darf, falls er sich selbst versteht, nur fürdie Weltanschauung Partei ergreifen, innerhalb welcher die reine■Theorie einen Sinn hat. Als wissenschaftlicher Standpunkt sind■daher die Bestrebungen der Lebensphilosophie, die das syste-matische Denken biologistisch zu erklären, das System als Ge-häuse zu kennzeichnen und damit dem Leben gegenüber zu-gleich herabzusetzen suehen, in sich widerspruchsvoll. DerWiderspruch aber ist für jeden wissenschaftlichen Standpunkt.„tätlich“.
War es nötig, auch solche Selbstverständlichkeiten aus-