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zeugend zum Bewußtsein gebracht, soweit es d i e Wissenschaftenbetrifft, die sie bekämpfen zu müssen glauben. Sie sind aberauf halbem Wege stehen geblieben. Als wissenschaftliche Men-schen sollten sie den Kampf gegen die Physik als mangelhafteWirklichkeitswissenschaft aufgeben, denn es wird ihnen nie ge-lingen, eine Wissenschaft, die sich von ihr an Wirklichkeitsgehaltprinzipiell unterscheidet, an ihre Stelle zu setzen. Siesehen den kleinsten Begriffssplitter im fremden Auge, und anden eigenen Begriffsbalken denken sie nicht.
Statt darüber zu klagen, was die Wissenschaft nicht ver-mag, sollte man zu verstehen suchen, was sie denn eigentlichkann, obwohl sie niemals die Wirklichkeit in ihrer unmittelbarenund ursprünglichen Lebendigkeit begreift, genauer: was sie leistet,und worauf ihre Bedeutung beruht, gerade weil sie das, wasdie Lebensphilosophen von ihr verlangen, nicht erst versucht, wosie ihr eigenes Wesen verstanden hat.
Die positive Seite der Frage nach dem Wesen der wissen-schaftlichen Erkenntnis geht uns in diesem Zusammenhang nichtsan. Hier ist nur zu zeigen, daß die Lebensphilosophie, falls sieWissenschaft vom unmittelbar erlebten Leben sein und damituniversalistisch das Wesen alles Realen erfassen will, einemPhantom nachjagt, einem Ziel, das nicht nur unerreichbar ist,sondern dessen Erreichung keine theoretische Bedeutung hätte,selbst wenn man es erreichen könnte.
Warum die Biologie sich von der Physik und der Chemienur graduell unterscheidet, haben wir gezeigt. Wir müssen jetzt,um zur vollen Klarheit zu kommen, zunächst noch einen Schrittin derselben Richtung weitergehen.
Es gibt Wissenschaften, welche die Biologie an Lebensnaheoder Lebensgehalt und damit an Wirklichkeitsgehalt übertreffen.Zu ihnen gehört die Geschichte. Sie will in der Tat die leben-dige individuelle reale Gestaltung, sei es des Einzelnen oderder Masse, so weit erfassen, wie das dem Erkennen überhauptmöglich ist. Aber auch sie muß, weil sie als Wissenschaft dasreale Leben begrifflich bearbeitet, das lebendige Leben „töten“.Nur relative Lebens- und Wirklichkeitsnahe ist ihr beschie-den. Das Leben selbst erfaßt nicht einmal die Biographie, vonder man es ihrem Namen nach am meisten glauben könnte.