drr Sterndcutung. Z2Z
gie, von der wahren Sternkunde zu der natürlichenAstrologie und dann gar zur Sterndeuterey fortgewan-dert ist, viel natürlicher als die Meynung derer, diediesen Jrrthum für einen Sohn der Dummheit ausge-ben. Wer ganz dumm ist, denkt aufs höchste etwa so:ich bin Herr über alle andere Thicre und über mich selbst;ich stehe mitten unter dem Himmel, wie unter einenDache: und die Sterne sind nichts als kleine dichter, diebloß mir zu Gefallen da stehen und zuweilen die Nachteein wenig erleuchten. Man konnte uns zwar vorwerfen,als ob wir uns auf diese Art der Philosophie einen rech-ten Schandfleck anzuhangen bemühen wollten: allein
es ist ein großer Unterschied zwischen dieser Wissenschaftbey ihrem Ursprünge lind dann, als sie schon durch denMißbrauch, um die Menschen zu hinkergehen und umReichthümer zu erlangen, verhunzt worden war: letztere,nennen wir keincsweges; die Erfinder sind an derenMißbrauch nicht schuld. Dann ist ja auch die Stern-dcurerey überhaupt eben nichts albernes, wenn man sichin die Ideen jener alten Philosophen hinein denkt: sie istbloß eine nothwendige Folge des Materialismus. Eswar zwar unsinnig gehandelt, daß inan zwischen denhimmlischen Begebenheiten und den Ereignissen unterden Menschen eine solche Uebereinstimmnng zu findenglaubte: allein, wann sich der menschliche Geist einmalaus dem Staube empor zu schwingen erkühnt, dann ver-fehlt er sehr oft den rechten Weg, oder ihm schmelzen,wie dein Ikarus die wächsernen Flügel. Man versuchtalles, man scheuet keine Schwierigkeiten, man haustMeynungen und Hypothesen durch Iarhunderke hindurchauf einander: und man erkennt die Unmöglichkeit dersel-ben nicht eher als zu seiner Zeit. UebrigenS war auchdie prophetische Astrologie, so lange sie bloß bey denPhilosophen existiere, nicht einmal so beschaffen, wie