68 Von den ältesten astron. Entdeckungen.
mals aufgeklärten Zeiten seyn muß. Es mar fast zu allenHeiken überaus viel gewagt, wann ein Weltweiter dieBewegung der Erde um ihre Axe und um die Sonnebehauptete; denn das schien fast allemal den Religionö-wahrten einer jeden Nation zu widersprechen.
H. 25.
Ans dieser unsrer Entwickelung des Anfangs unddes Wacbsthums der Sternkunde erhellet also ohnfehl-bar hinreichend, daß die meisten astronomischen Wahr-heiten mehr als einmal erfunden und verloren wordensind; daß diese Wissenschaft anfangs bey den meistenVölkern, ohne einander Nachricht davon ertheilen zukönnen, kultivirt worden ist; daß es einige derselben we-gen einiger auf uns gebrachter sehr wichtiger Entdeckun-gen , hierinne sehr weit gebracht haben müssen; und daßviel ausgezeichnete Begebenheiten, oder daraus gefolger-te Lehren, entweder durch einen allgemeinen Untergangganzer Nationen, oder durch andere große StaatSverän-derunqen verloren gegangen sind: also hat allerdings einsteine uns zwar unbekannte, aber doch ziemlich vollkom-mene Astronomie existirt.
Dritter Abschnitt.
Ueber die Sternkunde vor der Sündfluth.
ir verstehen unter dem Namen der Sternkunde vor
der Sündfluth überhaupt die uns bekannten aller-altesten Kenntnisse dieser Wissenschaft. Daher werdenwir uns nicht mit Festsetzung einer besonder« Epoche, dieden Ursprung gedachter Wissenschaft bestimmen soll, be-schäftigen, sondern nur darthun, daß viele Erfindungenderselben sehr alt und selbst vor den Zeiten der Sünd-fluth bekannt gewesen seyn müssen.
§. r. Oben