Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
38
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z8 Von der Erfindung der Sternkunde.

Wenn man bedenkt, wie viel Zeit bey Leuten dieserArt, die keine astronomischen Wer kzeuge und keine Leh-rer hakten, zu der einzigen Kenntniß von der scheinba-ren Bewegung der Sonne, von Abend gegen Morgen,nöthig gewesen seyn muß; und wenn man überlegt, daßbemeldete Perioden schon bald nach der Sündfluth be-kannt waren: so wird man ohnsehlbar zugebcn, daß dieersten Gründe der Sternkunde wenigstens Jahrvor der Sündfluth gelegt, und daß diese Wissenschaft itztwenigstens 7000 Jahr alt sey.

Zweeter Abschnitt.

Von den ältesten astronomischen Entdeckungen.

§. i.

L^sgiebtwohl keinen Menschen auf der Welt, dernie von dem Vergnügen, welches uns eine heitereSeptembernacht gewähren kan», auf eine, dem Men-schen höchst anständige Art wäre gcrühret worden. Nach-dem sich der mächtige Fcuerball mit seiner majestätischenPracht hinter dem Horizonte gleichsam hüiabgewälzt hat:da streckt er dost) noch seine feurigen Arme durch die ober»Lüste, und beunruhigt mit seinem Glanze den hcchgcsiie-genen Hauch der Erde, so, daß die Augen itzt nichtsals einen blendenden Dunst empfinden. Dieser Glanzverwandelt sich hierauf in ein sanftes Grau, durch wel.ches sofort selbst das Auge, um die darinne brillirendenDiamanten zu erkennen und deren verschiedene Klarheitzu bemerken, geschärft wird. Dann erscheint jener brei-te Gürtel, dessen mattes Licht den Himmel schürzt, unddessen Gewölbe gleichsam Zusammenhalt. Nun steigt diegroße silberfarbene Beherrscherin der Nacht empor, welchewegen ihres angenehmen Glanzes, ohne die Augen zu er-müden,